vermehrt, die Produktion verbilligt,währendsie doch — wenn sie keine Leistungs-steigerung nach sich ziehen — die Produk-tions- und Verteilungskosten, also auch diePreise, verteuern.
Das völlige Verkennen der Bedeutungder nicht Lohn empfangenden Volksteile fürden Konsum wie für die Produktion.
Die Anterschätzung der für unser verarm-tes, tief verschuldetes Land so unentbehr-lichen Ausfuhr, die mit Erfolg zu bewerk-stelligen davon abhängt, daß wir billigereund bessere Ware liefern als andere Länder.
Das Unverständnis für die Notwendig-keit, Kapital zu bilden; für die Auswirkungdes Kapitalmangels in verteuerten Zins-sätzen, ungenügender Schaffung von Produk-tionsmitteln,VerteuerungderHer st ellungs-kosten, verminderter Wettbewerbsfähigkeitund vermehrter Arbeitslosigkeit.
Das Fehlen der Einsicht dafür, daßKapital im wesentlichen nur aus Produk-tionsgewinnen gebildet werden kann.
Die Verständnislosigkeit dafür, daß dieLohnhöhe vom Gedeihen der Wirtschaft ab-hängt. Daß die daher auferlegten Steuer-und Soziallasten letzten Endes auf Löhneoder Preise abgewälzt werden müssen. Daß,wo das nicht möglich ist, das Produzieren,damit aber auch die Arbeitsmöglichkeit auf-hört, daß der Lohn daher ein wirtschaftlichersein muß und nicht ein politischer sein darf.
Es sind bittere Wahrheiten, die ich hier sage. Meine ganzepolitische Vergangenheit wird mich dabei nicht vor dem Vor-wurf der Arbeiterfeindlichkeit schützen. Aber nicht der ist derwahre Freund der Arbeiter, der ihrer Begehrlichkeit schmeichelt,
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