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Schilderungen ihrer Person und ihrer Thaten ein so weit-und tiefgehendes Bild hinterlassen. Wohl auch keines, welchesso fesselnd den Leser in Beschlag nimmt, von der ersten Zeilebis zur letzten. Wer es mit Verständnis; und mit Kenntnis;der Dinge, besonders auch vergleichend mit dem Selbsterlebtendurchwandert, wird in Bewunderung, aber auch freilich imProtestiren kein Ende finden.
Das Gesammtbild ist das des Mannes, wie er sich selbstauffaßt und wie er von der Welt erfaßt und gesehen seinwill. Lisirmrekc psint pm' lui-irieine. Das ist an sich einSchauspiel so merkwürdig, so belehrend, um das triviale Wortzu gebrauchen, so interessant, daß die Erfüllung dieses Bor-satzes genügt. Mehr wäre wahrscheinlich weniger geworden.Diesen gewaltigen Erdensohn so zu erblicken, wie er sich imSpiegel seines eigenen Ich und seiner Thaten der Nachweltüberliefern wollte, und wie er gleichzeitig oder nachträglich auchdas Alles selbst nach dem Bild in seinem Auge anschaute, dasbildet deu eigenartigen Reiz eines Werkes, welches historischallerdings noch gewichtiger wäre, wenn die objektive Wahrheitüberall in ihm zu ihrem Recht käme, welches aber ein soglänzendes Kunstwerk nicht hätte werden können, wenn nichtdie ganze Wucht der von sich selbst durchdrungenen, kraft-strotzenden Persönlichkeit ihm von A bis Z den Stempel ihresFeuergeistes aufgedrückt hätte. Von einem Manne, der niemalszugab, das; er sich geirrt habe, niemals, das; er Unrecht gehabt,zu erwarten, das; er unparteiische Geschichte hinterlassen werde,wäre sonderbar naiv gewesen. Um so packender ist die Dar-stellung, in der er mit seiner unübertroffenen Kasuistik undseiner überlegenen Gruppirungskunst die Dinge in sein besonderesLicht stellt. Bedenkt man, das; ein so tiefgreifendes Stück Zeit-geschichte hier von dem vorgeführt wird, der so viel davon selbstgemacht hat, so fällt jeder Zweifel darüber, ob man den Ge-sammtinhalt dieser Annalen zu hoch schätzen kann. Allerdings,steigt man von der Höhe dieses Gesammteindrucks in die Regioneinzelner Theile der Gedanken nnd Thatsachen hinab, so beginntdie Unterscheidung auch dem Werthe nach.
Wer nach dem Erziehungswerth dieser zwei Bände auf