I.
Fürst Bismarck's Tod hat die Menschheit neuerdingsveranlaßt, über diese mächtige und eigenartige Persönlichkeitund die in ihr verkörperten Probleme abermals nachzu-sinnen. Nicht blos; das längst Bekannte ist wieder zusammen-gefaßt Morden, auch Neues kam hinzu, in vielen Bändenbreitangelegte Beobachtungen und ausführliche Mittheilungen.^. ^vvs prineipinin. Zwar erst zuletzt gekommen, abernatürlich Allem vorgehend, Alles hochüberragend, mit deräußersten Spannung erwartet, kam das eigene zweibändigeWerk der „Gedanken und Erinnerungen ". Bereits seitJahren hatte sich ein Legendenkreis um diese Gabe der Zukunftangesponnen. Ist es wahr, daß solche Gcdenkblätter geschriebensind? Allmählich waren vor den sicheren Nachrichten dieZweifel geschwunden. Um so lebhafter stiegen die anderenfragen auf. Welcher Natur wird der Inhalt sein? KrasseEnthüllungen, rückwärts gezielte Kculenschläge wurden von denEinen in Aussicht gestellt, von den Anderen Enttäuschungengegenüber den auf Unerhörtes und Sensationelles gespanntenOhren. Wie hat die vollzogene Thatsache auf alle diese Fragenuud Zweifel geautwortet? Den Unbefangenen bleibt keinZaudern übrig, zu bekennen, daß um ein höchst inhaltreiches,historisches, politisches und pshchologisches Denkmal menschlicherGeistes- und Charakterstärke die Weltliteratur bereichert wordenist. Bismarck hat sich ein schriftliches Monument gesetzt, welchesvon keinem ähnlichen Werk uuter seinen Vorgängern in derHerrschaft über Völker und Zeiten übertreffen wird, man kannwohl sagen, welchem kein solches an Vielseitigkeit, Zusammen-fassung und DarstellungSkunst an die Seite zu stellen ist. WederCäsar, noch Friedrich der Große , noch Napoleon tzaben inso eigenartigen, blendenden, schriftstellerisch vollkommenen
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