Druckschrift 
Meine Londoner Mission 1912-1914 / von Lichnowsky. Mit einem Vorw. von Otfried Nippold
Entstehung
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über den Krieg zu verbreiten bemüht ist, gründlichst zerstört werden. Wirdürfen uns nicht darüber täuschen lassen, dass man uns häufig Legenden alsTatsachen und wie kürzlich Friedrich Naumann in derNeuen ZürcherZeitung Tatsachen als Legenden darstellen möchte. Daher müssen auchwir hoffen, dass die Denkschrift des Fürsten Lichnowsky möglichste Ver-breitung finden möge, da sie mehr als alles andere geeignet erscheint, der Wahr-heit zu dienen. Als gute Neutrale müssen wir uns dabei sagen, dass dieWahrheit immer neutral ist, auch da wo sie Fehler aufdeckt. Zum Mit-schuldigen macht sich nur derjenige, der eine Wahrheit verdecken hilft. Derwahre Neutrale aber muss die Wahrheit ohne Voreingenommenheit suchenund darf dabei vor der Erkenntnis von Fehlern nicht zurückscheuen, soferner nur mit ehrlicher Objektivität zu Werke gegangen ist.

Aus allen diesen Gründen glaube ich, dass die Herausgeber mit der Ver-öffentlichung der Denkschrift des Fürsten Lichnowsky in der Schweiz in derTat ein wahrhaft nützliches Werk getan und dadurch auch den eigentlichstenIntentionen des Verfassers der Denkschrift entsprochen haben. Diese Über-zeugung hat mich auch bewogen, ihrer Einladung, ein Vorwort zu dieser Aus-gabe zu schreiben, gerne zu entsprechen. Ich wünschte, dass jedermann, dersich ein Urteil über diesen Krieg bilden will, diese Denkschrift lesen möchte,und ich bin überzeugt, dass jeder, der sie gelesen hat, mit mir sagen wird:La verite est en marche!

Thun, im April 1918.

Professor Dr. 0. NIPPOLD.