einer mehr als einjährigen Arbeit, war somit gefallen, weil er für michein öffentlicher Erfolg gewesen wäre.
Als ich im Frühjahr 1914 gelegentlich eines Diners auf der Bot-schaft, an dem Mi’. Harcourt teilnahm, den Gegenstand berührte,erklärte mir der Kolonialminister, er befinde sich in Verlegenheitund wisse nicht, wie sich zu verhalten. Der gegenwärtige Zustandsei unerträglich, da er, Air. Harcourt, unsere Rechte berücksichtigenwolle, andererseits aber im Zweifel sei, ob er sich nach dem altenVertrage oder dem neuen zu richten habe. Es sei daher dringenderwünscht, Klarheit zu schaffen und die Sache, die sich nun schonso lange hinziehe, zum Abschluss zu bringen.
Auf einen diesbezüglichen Bericht erhielt ich einen sehr wenighöflichen, aber um so erregteren Erlass, demzufolge ich mich jederweiteren Einmischung in der Sache zu enthalten hätte.
Ich bedauere es heute, dass ich nicht daraufhin nach Berlin ge-fahren bin, um dem Monarchen meinen Posten zur Verfügung zu stellen,und dass ich immer noch den Glauben an die Möglichkeit einer Ver-ständigung zwischen mir und den leitenden Persönlichkeiten nichtverloren hatte, ein verhängnisvoller Irrtum, der sich wenige Monatespäter in so tragischer Weise rächen sollte!
So wenig ich auch damals das Wohlwollen des obersten Reichs-beamten noch besass, da er fürchtete, ich strebe nach seinem Posten,so muss ich ihm die Gerechtigkeit widerfahren lassen, dass er beiunserer letzten Unterredung vor Kriegsausbruch, Ende Juli 1914,auf die ich später noch zurückkomme, seine Zustimmung zur Unter-schrift und Veröffentlichung erteilte. Trotzdem bedurfte es nochwiederholter Anregungen meinerseits, die von Herrn Dr. Solf inBerlin unterstützt wurden, um endlich Juli 1914 die Genehmigungzu erwirken. Da aber die serbische Krisis damals schon den FriedenEuropas bedrohte, musste die Vollziehung des Vertrages verschobenwerden. Auch er gehört zu den Opfern dieses Krieges.
Bagdadvertrag.