gelegt und daran liesse sich schwer etwas ändern. Wir beabsich-tigten es andererseits auch nicht zu überschreiten. Er kam aberwieder darauf zurück und machte geltend, dass die für ungeheureRüstungen aufgewendeten Mittel auch besser für andere, nutzbrin-gende Zwecke Verwendung fänden. Ich entgegnete, dass auchdiese Ausgaben der heimischen Industrie zugute kämen.
Es gelang mir auch durch Unterredungen mit Sir W. Tyrrell,dem Kabinettschef Sir Edwards, die Frage von der Tagesordnungabzusetzen, ohne zu verstimmen, obwohl sie im Parlamente wieder-kehrte, und zu verhindern, dass ein amtlicher Vorschlag erging.Es war aber ein Lieblingsgedanke Mr. Churchills und der Regierung,und ich glaube, dass wir durch Eingehen auf seine Anregung sowieauf die Formel 16: 10 für Grosskampfschiffe einen greifbaren Be-weis unseres guten Willens geben und die bei der Regierung vor-herrschende Tendenz, mit uns in nähere Fühlung zu kommen,wesentlich befestigen und fördern könnten. .
Aber wie gesagt, es war möglich, trotz der Flotte und auchohne ,,naval holiday“ zu einer Verständigung zu gelangen. Indiesem Sinne hatte ich meine Mission von Anfang anfgefasst, undes war mir auch gelungen, mein Programm zu verwirklichen, alsder Ausbruch des Krieges alles Erreichte vernichtete.
Handelsneid.
Der Handelsneid, von dem bei uns so viel die Rede ist, beruhtauf unrichtiger Beurteilung der Verhältnisse. Gewiss bedrohte dasEmporkommen Deutschlands als Handelsmacht nach dem siebzigerKriege und in folgenden Dezennien die Interessen der britischen Han-delskreise, die mit ihrer Industrie und mit ihren Exporthäusern eineArt Monopolstellung besassen. Der zunehmende Warenaustausch mitDeutschland aber, das an der Spitze aller britischen Exportländerin Europa stand, eine Tatsache, auf die ich in meinen öffentlichenReden immer hinwies, hatte den Wunsch, mit dem besten Kundenund Geschäftsfreund in guten Beziehungen zu bleiben, gezeitigt undalle andern Erwägungen allmählich zurückgedrängt.
Der Brite ist matter of fact, er findet sich mit Tatsachen ab undkämpft nicht gegen Windmühlen. Gerade in den kaufmännischenKreisen fand ich das lebhafteste Entgegenkommen und das Bestreben,
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