Es genügte für meinen Zweck, die Schicksale des Buchhandels und dieGeschäfte der Pressen in einer allgemeinen Uebersicht zu bezeichnen. Ausdiesem Umrisse kann indeß schon ersehen werden, daß die Stadt Augsburg in der Geschichte der Typographie und des Buchhandels eine sie ehrendeErwähnung verdient.
Zur Ergänzung der mitgetheilten geschichtlichen Notizen bemerke ichhier noch, daß im vorigen Jahrhunderte zu Augsburg eine öffentlicheJubelfeier der Buchdruckerkunst nicht statt fand. Nur eiuige Schüler desGymnasiums bei St. Anna hielten in ihren Klassen am Thomas- undJohannistage 1740 „kurze Reden, welche von den vornehmsten Umständender Erfindung, Ausbreitung und Nutzbarkeit der edlen Buchdruckcrkunsthandelten." Der Kollaborator der II. Classe dieser Lehranstalt N. Andr.Christoph Graf machte dieselben in dem Jubeljahr durch den Druckbekannt. Als der gelehrte Pfarrer bei heil. Kreuz dahicr, Jakob Bruckerim Jahre 1730 die Geschichte der Buchdruckerei in den Nummern 8, 9,11 und 12 der augsburgischen wöchentlichen Jntelligcnzzettel beschrieb,äußerte er deßhalb I. Abschn. §. 2. gegen das Ende: „Ich wunderemich sehr, daß da 1740 an so vielen Orten Deutschlandes sowohlGelehrte als Buchdrucker das dritte Jahrhundert dieser Kunst feierlich undschriftlich begangen, und merkwürdig gemacht haben, Augsburg , da es amersten Ursache gehabt, dennoch diese Solennitäten und Erneuerung desGedächtnisses der in ihren Mauern gepflanzten Buchdruckerci unterlassenhat. §. 3. Vielleicht ist es noch Zeit, das unterlassene einzuholen. DieBuchdruckerkunst ist erst mit 1430 zur vollkommenen Reife gekommen undman kann schwerlich ein älteres gedrucktes Buch ausweisen. Haben wirnicht Ursache, da es nun in diesem Jubeljahre just dreihundert Jahre ist,daß man die erste Frucht dieses gnädigen Angedenkens der Vorsehung