Fleißes in möglichst weiten Kreisen verbreitet wurden, und gewährten daherden Verlegern die bereitwilligste Unterstützung, theils bestimmte ste dasBedürfniß der Leetürc und des geistlichen Lebens znr Abnahme der Bücher,die thuen von hier aus reichlich geboten wurden. Denn es zogen sogarJahr aus Jahr eiu sogenannte Gängler oder Trägler, von denhiesigen Buchhändlern ansgesandt, im Lande herum, welche zu bestimmtenZeiten regelmäßig in den Klöstern einsprachen und ihre Waare zur beliebigenAuswahl vorlegten.
Ein sehr großer Theil des Verlags bestand allerdings nach den Bedürfnissendes Publikums in Gebetbüchern, Predigtsammlungcn, Lebensbeschreibungender Heiligen, Werken ans dem Fache der praetischen Theologie und dcrgl.,welche in Auflagen voll 3000-—5000 Exemplaren gedruckt und oft in kurzerZeit abgesetzt wurden. Es gehört aber die absprechende Dreistigkeit einesNikolai, die über Allem, was nicht der seichten. Aufklärer« jener Zeithuldigte, den Stab bracht), dazu, wenn man behaupten will, daß derhiesige katholische Buchhandel nur werthlose Schriften in Umlauf brachte.Vielmehr sind unter den Werken, die er veröffentlichte, nicht wenige, diesich durch ihren historischen und wissenschaftlichen Gehalt auszeichnenAuch haben sich einige der katholischen Buchhändler dahier durch ihreschriftstellerischen Arbeiten in der gelehrten Welt einen Namen erworben.
Der erste, der sich durch bedeutendere Geschäfte bemerklich machte,war Johann Caspar Bencard. Ich nenne von seinen größernVcrlagsartikeln hier nur: Li-isri mumles muncll ^u^. Viuä.
1695 r'ol. ?6tri Zuevi», oeolesi^tio» Viuä. 1699. ll^ol.
Matth. Radcri heiliges Baicrland, Augsb. 1714. ^ol. Ribadaneira'sLeben der Heiligen, Augsb. 1710. 3 Bde. in ^ol., welches Werkbis zum Jahre 1734 vier Auflagen erlebte, uovus -^uK.
1736. 4 dicke Quartbände. OI-ni« svioiloKium eoueioimtorium ^uZ.1733. 2 Voll. lssol. I^oliueii »idliotlieeit m-uiu^Iis -^.uK. Viuä.1698. 3 Voll. I'ol. ?-iuIi MenKei-i tliooloKia seliol^tie» 4 Voll. 1695.llsol. Beneard beschäftigte wahrscheinlich die Druckerei des FürstbischöflichenBuchdruckers Johaun Mich. Labhart, mit dessen Typen auch Khamm'sliioriu-elu-l ^UKustÄN^ -^UK. Viuä. 1769. 4 Bde. in 4. gedruckt wurde.
*) Man vergleiche seine hämischen Bemerkungen über die Ztugsburgischen Buchhandlungenim achten Bande seiner Reisebcschreibung p. 49 u. folg.
**) of. Hierüber vergleiche man auch Paul von Stettens Kunst-, Gcwerb- undHandwerksgeschichte p. II; die daselbst über den Buchhandel mitgetheilten Notizen sind nichtganz zuverläßig. Sie werden durch die gegenwärtige Darstellung berichtigt werden müssen.
i«>