hoben sich mit der neu erwachten literarischen Thätigkeit allmählig auch dieGeschäfte der Buchhändler und Buchdrucker wieder. Außer dem genanntenWeh, welcher sich der Offizin des Andreas Aperger und JohannPraetorius zu seinen Verlagsartikeln bediente, zeigte sich JohannesGörlin namentlich als Verleger historischer Werke thätig (bei ihm kamz. B. Lueeliui Miwtiu, 1666 heraus). Eine größere Allsdehnung gabenin dem letzten Drittheile des 16. Jahrhunderts Gottlieb Göbel,Lorenz Kroninger, Gottlieb Göbels Erben und dann JakobEnd erlin ihren Handlungen; sie beschränkten sich jedoch lediglich auf denAbsatz der protestantischen Literatur. Was sie drucken ließen, lieferten in derRegel die Pressen des Joh. Jak. Schönig und Jakob Koppmayer,welcher letztere selbst auch mehrere kostspielige Werke verlegte, wie z. B.Johann Christoph Wagners clelllie^tio pi-ovinoicu-um pmiiioui^s etimjiki-ii tuioiei iu orleuts ^.UK. Vinä. 1684—4688. 4 starke, mit vielenAbbildungen geschmückte Foliobände, Wagners Städt- und GeschichtspiegelAugsb . 1687; desselben: das mächtige Kaiserreich Sina und die asiatischeTartarey. Augsb. 1689 u. s. w. und im Jahre ein kaiserliches Privilegiumzur Herausgabe einer politischen Zeitung bekam, während ein andererBuchdrucker, August Sturm, 1695 die Erlaubniß zum Verlage einerzweiten solchen Zeitung erlangte.
Gegen das Ende des Jährhunderts erhielt aber vorzüglich der katholischeBuchhandel eine Bedeutung, wie er sie nie vorher hatte. Von der Zeit anwird Augsburg der eigentliche Büchermarkt für den ganzen katholischenTheil des südlichen Deutschlands . Die hiesigen katholischen Buchhändlererwarben sich bei diesen günstigen Verhältnissen bald ansehnliche Reichthümer,die sie in den Stand setzten, ihren Betrieb großartig zu erweitern. IhreNiederlagen bekamen einen außerordentlichen Umfang; auf ihren Comptoirswurden Geschäfte von solcher Wichtigkeit abgeschlossen, wie sie damalsgewiß nirgends ein protestantischer Buchhändler machte Zu dieser Blüthetrugen ohne Zweifel die zahlreichen Klöster sehr viel bei. Sie betrachtetenes theils als Ehrensache, daß die Produetc ihres eigenen literarischen
und Polizeiordnung, dm Magistrat und gemeine Trcmquillität, auch keine Scommatain Druck publizirt werden -j-).
-j-) ek. Warhaffter Verlauf Was sich bey der Restitution der Stadt Augsburg ingeistlichen und weltlichen Sachen zu Vollziehung deß Osnabrückischen Friedensschlussesbegeben. 4. 1649.
*) ek. hierüber auch vr. Nicolai's Beschreibung einer Reise durch Deutschland unddie Schweiz im Jahre 1781. 8. Bd. p. SZ.
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