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geben sein 1 . Das würde auch wohl zweifellos vonZELLgeschehen sein, wenn dessen Presse schon 1463 inThätigkeit gewesen wäre. Der Charakter der dreiSchriften ist nicht derart, dass man ohne irgend einenanderen stichhaltigen Grund derentwegen die Grün-dung der ZELLschen Offizin in das Jahr 1463 verlegenkönnte 2 . Der Brief an Mohammed und die Bulla cru-ciata bezweckten eine Wirkung, die den Momentihres Erlasses weit überdauerte. Es galt, die Christen-heit zum Widerstande und zum Kampfe gegen densiegreichen Herrscher auf dem Throne derOsmanen,Mohammed IL, den Eroberer von Konstantinopel, an-zufeuern, dessen Blicke auf das zitternde Italien ge-richtet waren. Erst im Jahre 1481. wurde die Christen-heit von diesem gefährlichen Eroberer, den der Todauf einem Zuge gegen Persien ereilte, befreit. Auchdie Bulla retractationum von 1463, an die Universitätzu Köln gerichtet, in welcher Pius frühere Irrtümer,„was er Verdammliches gesagt, geschrieben und ge-than", widerruft, war von dauernder Wichtigkeit. Esist durchaus zu verstehen, dass Zell diese bedeutsameBulle einer Schrift desselben Verfassers, welche ausdem Jahre 1444, also aus der Zeit vor seiner Erhe-bung auf den päpstlichen Stuhl stammt, vorange-setzt hat. Der Umstand, dass mit der 2iseitigen Bulledie 50 Seiten umfassende Schrift De curialium mise-ria zusammengedruckt ist, spricht entschieden gegeneine „schleunige" Drucklegung der ersteren durchUlrich Zell . Die Zusammengehörigkeit beider Schrif-ten, welche Hain getrennt verzeichnet 3 , ist unzwei-
1 Die Bulla cruciata wurde wohl zuerst in Mainz mit den Typen desPsalters von 1457 und des Rationale von 1459 gedruckt, 6 Bll. in 2 0 (Hain261).Es giebteine deutsche Ausgabe in denselbenTypen (Hain 263). VonUlrich Zell ist die Bulle mehrfach gedruckt.
2 Das ist noch neuerdings von Schnorrenberg in d. Einl. z. Chrysosto-mus S. XII geschehen. Vgl. auch Allg. Deutsche Biographie XLV S. ig.
3 i: T94 und *2<5o.