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lung der geistigen, ästhetischen und ethischen Kultur undzu den Zeiten grossen politischen Vollbringens. Mit Un-recht! Die wirtschaftliche und soziale Entwicklung willnicht für sich allein, sondern aus der Gesamtheit der Volks-entwicklung heraus begriffen werden, und in dieser ist sieein durchaus gleichwertiger Faktor. All die verschiedenenLebensäusserungen eines grossen Volkes bedingen unddurchdringen sich gegenseitig und streben dem Ideal einesgesunden Gleichgewichts zu. Der Satz „mens sana incorpore sano“ gilt nicht nur für den einzelnen Menschen,er gilt als gleichstarke Wahrheit auch für die Völker. Dergesunde Körper ist hier die gesunde, sich kraftvoll ent-wickelnde wirtschaftliche und soziale Struktur des Volks-ganzen.
Deutschland hatte in der wirtschaftlichen Entwicklungam meisten nachzuholen. An sittlicher Gesundheit und Krafthat das deutsche Volk, seitdem es in die Weltgeschichteeingetreten ist, keinem anderen Volke nachgestanden. Ander Entwicklung der Natur- und Geisteswissenschaften hatteDeutschland seit Jahrhunderten den hervorragendstenAnteil genommen; in der Weltliteratur und in den schönenKünsten hatte es sich seinen Platz in der ersten Reihe er-obert, so dass die Deutschen für die anderen Nationen das„Volk der Denker und Dichter“ waren. Auch militärischund politisch hatte sich Deutschland seinen Rang unter denVölkern wieder erkämpft. Der wirtschaftlichen und sozialenArbeit aber blieb die grosse Aufgabe, die materiellen Lebens-bedingungen des deutschen Volkes auf die Höhe der gei-stigen und politischen Errungenschaften zu bringen.
„Wie alles sich zum Ganzen webt, eins in dem andernwirkt und lebt“ — das offenbart sich in wundervoller Klar-heit in der Entwicklung, deren Ergebnis das heutige Deutsch-land ist. Die politische Wiedergeburt Deutschlands und die