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Deutschlands Volkswohlstand 1888 - 1913 / von Karl Helfferich
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die Ausfuhr. Von unserer Einfuhr kamen im Jahre 1912auf Nahrungs- und Genussmittel, Vieh, industrielle Rohstoffeund Halbfabrikate nicht weniger als 9,1 Milliarden Mark,auf fertige Waren dagegen nur 1,6 Milliarden Mark; um-gekehrt entfielen von den 8,9 Milliarden Ausfuhrwert auffertige Waren nicht weniger als 5,8 Milliarden Mark.Deutschland tauscht also in ganz grossem Umfang die Er-zeugnisse seiner gewerblichen Arbeit gegen die Erzeugnisseder land- und forstwirtschaftlichen, sowie der bergbaulichenUrproduktion, die es auf dem im Verhältnis zur Bevölke-rung eng begrenzten und in seinen klimatischen Produktions-bedingungen beschränkten eigenen Boden teils nicht in ge-nügender Menge, teils überhaupt nicht gewinnen kann. Dieim Aussenhandel zutage tretende internationale Arbeitsteilunghat also in ihrer Entwicklung nicht nur dazu beigetragen,dem deutschen Volk eine reichlichere und vielgestaltigereBefriedigung seiner Bedürfnisse zu ermöglichen, sondern siehat geradezu die Voraussetzung dafür geliefert, dass dergrosse Bevölkerungszuwachs der letzten Jahrzehnte auf deut-schem Boden seine Daseinsbedingungen finden konnte.

Die Vorteile der Arbeitsvereinigung haben, gefördertdurch die Ausbildung der Organisation des Kapitals, dieWirkung gehabt, in zahlreichen und wichtigen Gebieten desWirtschaftslebens, namentlich in der Industrie, im Handelund im Verkekrswesen, die Entwicklung zu grösseren Be-triebseinheiten zu erleichtern und ausserdem die Zu-sammenfassung verschiedener, jedoch im Produktions-prozess sich ergänzender und aufeinander angewiesener Be-triebszweige zu einer einheitlichen Betriebsorganisation zubegünstigen.

Von der Entwicklung der Betriebsgrössen geben dieumstehenden Zahlen, die das Ergebnis der Gewerbezäh-lungen von 1882, 1895 und 1907 zusammenfassen, ein Bild.