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mittein, beruhenden Gesellschaftsordnung muss sich deshalbdie Organisation eines jeden einzelnen wirtschaftlichen Unter-nehmens, ebenso wie die Organisation des gesamten Körpersder Volkswirtschaft, auch auf das Kapital erstrecken: Arbeits-kräfte und sachliche Produktionsmittel müssen in einer demWirtschaftszweck angepassten Weise zu einer „Unterneh-mung“ zusammengefasst, die Gesamtheit des vorhandenenund neugeschaffenen Kapitals muss in möglichst intensiverWeise nutzbar gemacht werden. Die Organisation des Kapi-tals hat in diesem Punkt durchaus ähnliche Aufgaben zulösen wie die Technik, die darauf hinstrebt, die Kräfte undStoffe der Natur in möglichster Ausgiebigkeit in den Dienstunserer wirtschaftlichen Zwecke zu stellen.
In welchem Masse die Organisation unserer Volkswirt-schaft in den letzten 25 Jahren sich vervollkommnet hat, inwelchem Masse sie die Leistungsfähigkeit unserer wirtschaft-lichen Arbeit gesteigert und zur Vermehrung des Volkwohl-standes beigetragen hat, kann hier nur in grossen Zügenangedeutet werden.
Die mit der Entwicklung der Technik Schritt haltendeVerfeinerung der Arbeitsteilung innerhalb der einzelnenwirtschaftlichen, namentlich der industriellen und kommer-ziellen Betriebe, ist eine Tatsache, die sich jedem Beob-achter ohne weiteres aufdrängt; desgleichen die Ausgestal-tung der beruflichen Gliederung des deutschen Volkes, dieder fortgesetzten Arbeitsteilung entspricht. In welchemMasse unsere Volkswirtschaft als Ganzes auf dem Wegeder Arbeitsteilung mit anderen Volkswirtschaften in einegrössere Einheit, die Weltwirtschaft, hineingewachsen ist,zeigt sich schlagend in den Ziffern unseres Warenaus-tausches mit dem Auslande. Im Jahre 1912 erreichte unserAussenhandel den Betrag von 19,6 Milliarden Mark; davonentfielen 10,7 Milliarden auf die Einfuhr, 8,9 Milliarden auf