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Deutschlands Volkswohlstand 1888 - 1913 / von Karl Helfferich
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nur angedeutet werden. Nach dem allgemeinen Urteil hatdie fachtechnische Ausbildung mit der Entwicklung derTechnik durchaus Schritt gehalten. Das Ausland sieht unserFachschulwesen als vorbildlich an und bemüht sich, aufgleichem Wege ähnliche Erfolge zu erzielen. Man hat demdeutschen Schulmeister einen hervorragenden Anteil an un-seren militärischen Erfolgen im vorigen Jahrhundert zuge-schrieben. Der deutsche Schulmeister hat auch mitgeholfenund hilft weiter mit, unsere wirtschaftlichen Schlachten zuschlagen. Aber nicht nur der Schulmeister, sondern auch

der Unteroffizier. Denn die Schulung allein tut es nicht;jede grosse Organisation bedarf ebensosehr der Disziplin.Auch in diesem Punkte schneidet Deutschland bei einemVergleich mit anderen Ländern vorteilhaft ab. Wer Gelegen-heit hat, die verschiedenen Völker in der wirtschaftlichenArbeit kennen zu lernen, der kann sich des Eindrucks nichterwehren, welchen Einfluss der militärische Dienst, durchden die ganz überwiegende Mehrzahl des mit Kopf undHand arbeitenden deutschen Volkes hindurchgeht, mit seinerGewöhnung an Ordnung, Pünktlichkeit und Zucht auf dasZusammenarbeiten in grossen wirtschaftlichen Verbändenhat. Namentlich sind es die aus einer gewissen Distanzbeobachtenden Ausländer, denen dieser Zusammenhangauffällt.

Die wirtschaftliche Organisation erschöpft sich nichtin der Zusammenfassung, der Schulung und Disziplinierungvon Arbeitskräften. Je mehr die Technik fortschreitet, destogrösser wird der sachliche Apparat, dessen sich die Arbeitbedient. Dieser sachliche Apparat die Rohstoffe, Halb-fabrikate, Hilfsstoffe, Werkzeuge, Maschinen, Baulichkeiten

ist im volkswirtschaftlichen Sinne dasKapital". Inunserer, auf der freien Selbstbestimmung der Individuen unddem Privateigentum, auch an den sachlichen Produktions-