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die Vertheidiger der sogenannten Doppelwährung längst ihreAnsicht praktisch durchgesetzt haben, statt von Jahr zu Jahrimmer mehr zurückgedrängt zu werden. Denn auf der ganzenWelt, mit Ausnahme Englands , waren die politischen Verhält-nisse Denen gunstig, welche die früheren Zustände eines eben-bürtigen Umlaufs beider Metalle wiederherstellen zu könnenmeinten. Frankreich vor Allen mit seinem mächtigen Einflufsauf die romanischen Grenzländer und dem Gewicht seinesweithin wirkenden grofsen Reichthums hat seine den Andrenzum Vorbilde gewordene Münzverfassung bis zum Jahre 1874in voller Wirksamkeit erhalten; und auch nachdem die Gewaltder Umstände den lateinischen Bund anfänglich zur Be-schränkung und seit 1878 zur Einstellung der Silberprägungengezwungen, hat es unverdrossen dem Prinzip und derHoffnung auf Wiederaufnahme derselben das Wort geredet.Seine Verbündeten, Schweiz, Belgien, Italien , sind ihm, wennauch ungern, doch schliefslich darin gefolgt.
Und wie im Bunde so aulserhalb desselben blieben dieFreunde des Silbers in der Uebermacht. Vor allem das grofseProduktionsland der Vereinigten Staaten hat, wie bekannt, bisauf diesen Tag unter dem Einfluls der unmittelbar und mittel-bar für Ausprägung des Silbers wirkenden Interessen seinevom Handel und Verkehr beharrlich zurückgewiesenen Bland-dollars weiter ausgemünzt. H°U an( i, welches Anfangs dersiebenziger Jahre alle gesetzlichen Vorbereitungen getroffenhatte, um in richtiger Erkenntnifs der Lage zur Goldwährungüberzugehen, liefs sich im letzten Augenblick, nachdem dasbetreffende Gesetz beinah alle Stadien durchlaufen, wieder irremachen*) und begnügte sich damit, die Silberausprägung ein-zustellen, die Goldprägung freizulassen und solchermafsen dasSystem der hinkenden Währung wie Alle aufser England undSkandinavien als Zwischenzustand anzunehmen. Nur daseinzige Skandinavien hatte den Blick und den Muth, Deutsch -
*) Die erste Kammer verwarf mit nur 5 Stimmen Mehrheit ein in derzweiten Kammer angenommenes auf alleinige Goldwährung lautendes Gesetz.