95
den Verhandlungen einer wunderlichen Eindruck hinterlassenhatte, schien er selbst eine Zeit lang entmuthigt und resignirt,das Universum dem Verhängnils zu überlassen, weil es seineRathschläge nicht befolgt hatte.
Aber das Herannahen des Endtermins vom 31. Dezember1885, in Verbindung mit der oben geschilderten Entwickelungder italienischen Dinge, drängte doch dazu, wieder aus demseither beobachteten Schweigen und aus dem Schmollwinkelhervorzutreten. Den ersten Anstois dazu lieferte das italienischeDekret vom 22. September 1883, welches den Banken die Be-wahrung eines Baarschatzes von zwei Drittheilen Gold zurPflicht machte. Auf diese aggressive Mafsregel mufste miteinem Scbreckschufs geantwortet werden, und dabei war esganz natürlich, dafs der so oft zurückgeschlagene Bi-metallismus seine Zuflucht zum Pessimismus nahm. Dadie böse Welt dem Silber nicht zu seiner alten Herrlichkeitverhelfen wollte, so sollte sie erleben, wie es ihr ergehenwerde, wenn dasselbe in unermefsliche Tiefen hinabstürzte.Es ist aus den Verhandlungen des deutschen Reichstags(6. März 1885) bekannt, dafs damals ein Aktenstück ver-lesen wurde, in welchem der deutsche Vorkämpfer des Bi-metallismus den amerikanischen Gesinnungsgenossen seineDienste in umfassendster Weise zur Verfügung stellte, fürden Fall, dafs sie darauf eingehen wollten, eine Art vonComplott anzulegen, um in einem bestimmten Moment einenpanischen Schrecken hervorzurufen. In demselben Augenblick,in welchem die Vereinigten Staaten die Einstellung der Silber-prägung beschlössen, sollen die deutschen Doppelwährungs-männer mit Ii eftigem Ansturm darauf dringen, dafs Deutsch-land den Rest seiner Thaler losschlage (während sie bis dahindas Festhalten derselben ebenso eifrig verlangt hatten); ausdiesem Zusammenstofs beider zu einem fürchterlichen Silber-krach führenden Angriffe werde eine solche Katastrophe überdie ganze Welt hervorbrechen, dals dieselbe den Zorn desHimmels darin erkennen und sich reuig und flehentlich vorder Alimacht des Silbers in den Staub werfen werde.