Kräfte predigte. Nach Ablauf der Universitätszeit kehrte Bam-berger jedoch zum eingehenden Studium der klassischen Natio-nalökonomie zurück, und er wurde dadurch zum eifrigenAnhänger der Freihandelslehre. „Alle namhaften Autoren derfranzösischen und englischen Schulen des 18. und 19. Jahr-hunderts," so berichtet er, „wurden aus dem Fundament vor-genommen und teilweise schriftlich bearbeitet."
Ehe der Zwiespalt zwischen den wissenschaftlichen Neigungenund der durch die Verhältnisse erzwungenen Berufswahl zumAustrag kam, griff der Gang der politischen Ereignisse in dasLeben Bambergers ein und änderte von Grund aus die Voraus-setzungen für alle Lebenspläne.
Schon während der Gymnasialzeit hatten die politischenVorgänge, namentlich die Kämpfe der radikalen Opposition inFrankreich , das Interesse des Jünglings in starkem Masse ge-weckt. Die französische Revolution, die republikanisch-demo-kratische und -unitarische Staatsentwicklung wurde das politischeIdeal des Studenten und des angehenden Juristen, ohne dassdaraus irgend welche umstürzlerische Gedanken in Bezug aufdas eigene Heimatland entstanden wären. „Hier schien alles sofest und schläfrig in den Windeln des Polizei-Kleinstaates ein-gebettet, dass selbst Wünsche nicht erwachen konnten."
Dieser harmlose Zustand änderte sich mit einem Schlagemit dem Ausbruch der Februar-Revolution in Paris und derVertreibung Ludwig Philipps. Eine heftige Bewegung be-mächtigte sich der Geister auch in Deutschland . Das Ver-langen nach Freiheitsrechten, nach einer deutschen Einheit undeinem deutschen Parlament wurde allenthalben laut. Bambergerwurde sofort von diesen Bestrebungen mächtig erfasst. AlsRedakteur der „Mainzer Zeitung" und bald auch als Volksrednerbetrieb er eine radikal-demokratische Agitation, und schliesslichbetheiligte er sich an dem Aufstand in der Pfalz . Als er jedochdie Aussichtslosigkeit dieser Erhebung erkannte, flüchtete ergleich vielen anderen der damaligen Führer nach dem Ausland,während er in absentia zu vielen Jahren Zuchthaus und zumTode verurteilt wurde.
Nach kurzem Aufenthalt in der Schweiz folgte er der Ein-ladung eines jüngeren Bruders nach London . Über seine Zu-