packt gar nichts. Aus diesem Grunde würden wir heute unsreAufgabe ad calendas graecas verschieben, wenn wir unsern Be-schluss auf eine Weltmünze richten wollten." Die internationaleLösung habe im Lauf der seit der Pariser Konferenz von 1867verflossenen drei Jahre entschieden an Boden verloren; nament-lich die auf England und Amerika gesetzten Hoffnungen hättensich nicht erfüllt, und Deutschland könne vorläufig nichts Besseresthun, als ein einheitliches deutsches Münzsystem schaffen, dasso geordnet sei, dass es in seinen Hauptgrundlagen in Beziehungstehe zu den Münzsystemen der anderen Länder.
Der Antrag Bambergers wurde mit grosser Mehrheit ange-nommen ; aber praktische Folgen hatte er nicht, sondern erwurde durch die allgemeine Entwicklung der Dinge überholt.Die Fragebogen für die Enquete waren ausgearbeitet und lagengerade zur Versendung bereit, als der Krieg mit Frankreich ausbrach, der in seinem Verlauf und in seinen Folgen die Be-dingungen für eine deutsche Geldreform wesentlich veränderte.
Bamberger wurde damals von Bismarck aufgefordert, mitihm nach dem Hauptquartier zu reisen, um die Verbindung mitder deutschen Presse zu unterhalten. Der glückliche Ausgangdes Krieges stand nach wenigen Wochen fest, und mit ihm alswichtigster Siegespreis die Einigung Deutschlands . Damit er-schloss sich die Aussicht auf eine grossartige gesetzgeberischeThätigkeit. Für Bamberger stand vor allem fest, dass jetzt beider Münzfrage alle kleinlichen Bedenken zurücktreten und dieReform nach grossen Gesichtspunkten vorgenommen werdenmüsse. Bei der durch die Siege der deutschen Waffen und dieAussichten auf ein geeintes Deutsches Reich erzeugten Begeiste-rung und Schaffensfreude war die Zeit des Stückwerks auchauf dem Gebiet des Geldwesens vorbei, und Bamberger fühltemehr als irgend einer, dass jetzt die Zeit gekommen sei, umauch hier ganze Arbeit zu thun. Im September 1870 weilte erin Hagenau, das bis zur Einnahme von Strassburg der Sitz derdeutschen Regierung im Elsass war, um dort die „AmtlichenAnzeigen für das Gouvernement Elsass" herauszugeben. Dorttraf er zufällig mit Delbrück , dem Präsidenten des Bundes-kanzleramtes zusammen, welcher auf der Reise zum Haupt-quartier begriffen war, um mit Bismarck die ersten Schritte zurBegründung des Reiches zu beraten. Man begrüsste sich voller