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anbetrifft," sagte er, „so glaube ich nicht blos, dass die lebendigeThätigkeit eines Zentralinstituts in den schwierigen Verhält-nissen, denen wir entgegengehen, unentbehrlich sein werde,sondern ich glaube, dass gerade die Ziele, welche der Gesetz-entwurf sich vorsetzt, viel besser als durch den Mechanismus,der in diesem Gesetzentwurf so klüglich auseinander gesetzt ist,erreicht werden könnten durch das Bestehen einer überall wal-tenden Reichsbank."
Mit besonderer Schärfe wendete er sich gegen den bureau-kratischen Geist, aus welchem der ganze Entwurf hervorgegangenwar. Die Regierung habe sich mit dem Entwurf in Wider-spruch gesetzt zu den Erfordernissen des praktischen Lebensund zu den Wünschen und der Auffassung des deutschenHandelsstandes in seiner beinahe ausnahmslosen Gesamtheit.Vor allem aber warnte er vor dem kleinlichen Partikularismus,der in dem Entwurf zum Ausdruck komme. Mit Wärme appel-lierte er hier an den Reichskanzler, welcher der Sitzung bei-wohnte und den Verhandlungen mit Aufmerksamkeit folgte.
Hinsichtlich der Frage der Reichsbank wurde Bambergerdurch eine glänzende Rede Laskers ebenso sehr unterstützt,wie er in seiner Stellungnahme zur indirekten Kontingentierungbekämpft wurde.
Das Gesetz wurde an eine Kommission verwiesen, die sicham 21. November konstituierte und Bamberger zum Bericht-erstatter wählte.
Der erste Akt der Kommission war, dass mit 13 gegen4 Stimmen die Erklärung beschlossen wurde,
„dass die Kommission die Diskussion des Bankgesetzesnicht für wünschenswert erachte, ehe ein Beschluss überdie Einführung einer Reichsbank und deren Modalitätengefasst sei."
Darauf vertagte sich die Kommission, um die Stellungnahmedes Bundesrats abzuwarten.
Nun zeigte sich schlagender als in irgend einem anderenFall, wie wertvoll für das Reichskanzleramt bei seinem Kampf mitdem Partikularismus, namentlich mit dem des preussischenFinanzministers, die Unterstützung des Reichstags war. Währendes bisher nicht gelungen war, Camphausens Zustimmung fürdie Errichtung einer Reichsbank zu gewinnen, beeilte sich dieser