wenn der Reichsbankpräsident v. Dechend bei der Interpella-tion die Meinung geäussert hatte, dass der verbleibende Thaler-rest ganz und gar unschädlich für das deutsche Geldwesen sei,so stand er mit dieser Auffassung gänzlich allein. Weder dieFreunde der Münzreform noch die Anhänger des Bimetallismusglaubten, dass sich die durch die definitive Einstellung derSilberabstossung geschaffene „hinkende Goldwährung" werdeaufrecht erhalten lassen; entweder müsse man das Silberkurantgänzlich beseitigen, oder die Doppelwährung durchführen.
Die Anhänger der Goldwährung waren durch die Entwick-lung der Dinge in den Verteidigungszustand gedrängt. Eshandelte sich für sie von nun an darum, vor allem jede Ände-rung der Münzgesetzgebung in bimetallistischem Sinn zu ver-hindern, und darüber hinaus womöglich die Regierung zurstrikten Durchführung der Reichsgoldwährung zu veranlassen.Wie vorher um die Schaffung der deutschen Geldverfassung,so hat sich Bamberger in der nunmehr beginnenden Zeitschwerer Kämpfe um die Verteidigung der bisherigen Errungen-schaften die grössten Verdienste erworben. Er war die Seeledes Widerstandes gegen die immer bedrohlicher anwachsendeMacht der Silber- und Doppelwährungsfreunde.
XL
Die Jahre der Bedrängnis der deutschenGoldwährung.
Die deutsche Geld Verfassung, wie sie durch die Gesetz-gebung der 70 er Jahre geschaffen worden ist, hat sich rascheingebürgert und in die Gewohnheiten des Verkehrs eingefügt.So gross der Komplex von Aufgaben war, welche die Reformzu lösen hatte, so heftig seiner Zeit viele Punkte umstrittenwurden — es sei nur an die staatsrechtliche Verfassung desdeutschen Geldwesens, an den Streit über ein nationales oderinternationales Geldsystem, an die Frage der Rechnungseinheit,