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Goldwährung einträten. Vor allem konnte er sich darauf be-rufen, dass auf der Plenarversammlung des deutschen Handels-tags im November 1880 von 89 Handelskammern sich 84 fürdie Goldwährung und ihre volle Durchführung ausgesprochenhatten.
Die Regierung verzichtete darauf, sich an der* Währungs-debatte des Jahres 1882 zu beteiligen. Sie verzichtete fernerdarauf, nachdem die Münzkonferenz nicht wieder zusammen-getreten war, dem Reichstag die von Scholz im März 1881 inAussicht gestellte Vorlage zugehen zu lassen. Dagegen ver-öffentlichte v. Dechend am 5. April 1882 in der Nordd. Allg.Ztg. seine bereits besprochenen Vorschläge.
Der Währungskampf in Deutschland gestaltete sich unter-dessen immer lebhafter. Gegenüber der eifrigen bimetallistischenAgitation erschien es für die Verteidiger der Goldwährung ge-boten, ein Gegengewicht zu schaffen. Im März trat Bambergermit Bueck in Verhandlungen, die zur Gründung der „Währungs-Korrespondenz" führten, deren Herausgabe Dr. Kieser übernahm.Bamberger schrieb darüber am 29. März an Soetbeer: „Ich warvon vornherein der Ansicht, dass dieselbe (die Währungs-korrespondenz) durchaus nicht unter meine Auspizien gestelltwerden und auch womöglich nicht in Berlin erscheinen müsste.Frankfurt oder Cöln erschienen mir das Richtige .. . Wir möchtendie Korrespondenz nur in kleinem Massstabe und in Distanzenvon kürzestens Wochenfrist erscheinen lassen, auch möglichstwenig Polemik, sondern mehr Belehrung darin verfolgen. Wasmich besonders an der Sache reizt, ist, dass sie unter dieAuspizien von Bueck gestellt und von dem politisch und wirt-schaftlich bis jetzt ganz unkompromittierten Dr. Kieser redigiert,die Fährte der Gegner von den Gesichtspunkten der oppositio-nellen und freihändlerischen Motive ableiten würde. Ich glaube,unter diesen Umständen werden auch Sie mir zustimmen, dassdie Sache jedenfalls mehr nutzen als schaden kann. Sie machensich, wie mir scheint, doch etwas Illusion über die Gefahrlosig-keit unsrer Lage. Was mich betrifft, so wundere ich mich imGegenteil, dass Bismarck sich von der Koalition Dechend, Kardorff,Adolf Wagner und Genossen noch nicht hat herumkriegen lassen;und solange unser Silber nicht verkauft ist, bleibe ich immer