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darauf gefasst, dass eines Morgens ein dummer Streich ge-macht wird."
Aus diesem Grunde wirkte Bamberger dahin, dass in der„Währungskorrespondenz" immer und immer wieder die For-derung der Wiederaufnahme der Silberverkäufe aufgestellt undbegründet wurde, ein Verhalten, das nach der Veröffentlichungder Dechendschen Vorschläge mehr denn je geboten war.
Teils waren es die Dechendschen Vorschläge, teils die vonden englischen und deutschen Bimetallistenvereinen ausgehendeEinberufung eines freien bimetallistischen Kongresses für denOktober 1882 nach Cöln, welche Bamberger veranlassten, ineiner besonderen Broschüre von neuem auf die Wiederaufnahmeder Silberverkäufe zu dringen.
Er schrieb darüber an Soetbeer am 2. Oktober 1882:
„Die Broschüre soll gerade in den (Cölner Bimetallisten-)Kongress hineinfallen, d. h. gleichzeitig mit ihm vor das Publikumkommen, nicht als Defension hinterher. Das schwächt unsrePosition. Wir müssen die Offensive ergreifen. Mir ist das vomStandpunkt der Taktik nicht zweifelhaft. Sie wissen, ich warlange für die Zurückhaltung, aber jetzt müssen wir aus derSchüchternheit heraus. Sie werden sehen, welchen Lärm dieBimetallisten schlagen und wie sie per Havas und Wolfs Tel.Bureau der Welt versichern werden, Deutschland gehöre Ihnenmehr als je. Gerade diese Demonstration muss man prävenierenddurchkreuzen und nicht erst hinterher widerlegen, das kannhinterher doch geschehen, noch einmal."
Die Broschüre erschien Anfang Oktober 1882 als Extra-nummer der „Währungskorrespondenz" unter dem Titel „DieVerschleppung der deutschen Münzreform. EinAppell an die Reichsregierung."
Die Schrift wendete sich mit grosser Schärfe gegen dieDechendschen Vorschläge und gegen die mit diesen überein-stimmende Praxis der Reichsbank, welche damals darauf hinaus-zielte, durch Zurückhaltung der Kronen das Publikum zu einemvermehrten Gebrauch von Silber zu zwingen. Nach unsrerMünzverfassung sei die Krone die Haupt- und Fundamental-münze des deutschen Geldwesens, und das Publikum habe sicham meisten mit ihr befreundet. Jetzt aber könne man glauben,die Leitung der Reichsbank habe allein zu entscheiden, in wie