Dezember 1892 wegen der Haltung, welche die deutschen Dele-gierten auf der Brüsseler Konferenz einnahmen. Sie erfuhrenjedoch seitens der Regierung eine scharfe Zurückweisung, undBamberger Hess es an Spott nicht fehlen. Er führte den Bi-metallisten alle ihre verunglückten Konferenzen vor und schlossdamit: die Brüsseler Konferenz unterscheide sich nur in einemPunkt von den früheren; diese seien ausgegangen wie dasHornberger Schiessen, die Brüsseler Konferenz habe aber gleichangefangen, wie das Hornberger Schiessen ausgegangen sei.
Es war die letzte grosse Währungsrede, die Bamberger imReichstag hielt. Nach der Reichstagsauflösung im Jahre 1893und nach der Spaltung der deutschfreisinnigen Partei, welcherBamberger seit ihrer Begründung im Jahre 1884 angehörte, ent-schloss er sich nicht wieder, ein Mandat anzunehmen. Gleich-wohl hat er auch bei den in den folgenden Jahren von neuemheiss entbrennenden Kämpfen seine Kräfte voll und ganz inden Dienst der guten Sache gestellt, deren Vertretung er mehrund mehr als seine Lebensaufgabe ansah. Ein harter Ver-lust, der Bamberger persönlich besonders schwer traf, war für dieSache der Goldwährung der plötzliche Tod Soetbeers amEnde des Jahres 1892. Wenn auch Soetbeer in den letztenJahren seines Lebens mit Bamberger nicht mehr in allen Punktenübereinstimmte, wenn er namentlich in Rücksicht auf den Silber-preis und auf den steigenden Goldverbrauch eine in der Rich-tung der Dechend'schen Vorschläge von 1882 liegende Steige-rung der monetären Silberverwendung, wie sie auch auf derBrüsseler Konferenz vorgeschlagen wurde, für wünschenswerthielt, so war er doch in allen grossen und entscheidendenFragen der eifrigste und wertvollste Mitkämpfer. Nach seinemAbleben ruhte die ganze Last der Verteidigung der deutschenGeldverfassung mehr denn je auf Bambergers Schultern; unddiese Last war gerade in den Jahren 1894 bis 1897 keine geringe.
Nach der Brüsseler Konferenz kam die währungspolitischeBewegung nicht zur Ruhe. Der Kampf um die Handelsver-träge wurde mit dem Kampf um die Währung verquickt, undes begann eine ähnliche Aufreizung der Landwirtschaft, wie inden Jahren 1885 und 1886.
Bamberger beleuchtete in einer Schrift „die Stichworteder Silberleute", die im Jahre 1893 erschien, alle die Gründe