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Ausgewählte Reden und Aufsätze über Geld- und Bankwesen / von Ludwig Bamberger. Im Auftr. ... hrsg. von Karl Helfferich
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den daraus entstehenden Verlust auf die Schultern des Reichszu nehmen. Ich vermisse nun zu diesem Zweck in der Vorrläge etwas, was ich heute schon vorbehaltlich aller künftigenGesetzgebungen über die Materie gern darin gesehen hätte,d. h. das Verlangen nach einer Krediteröffnung, welche derReichsverwaltung gestatten soll, schon jetzt vorzugehen mitdem Erwerb der Einschmelzung und Verwertung von Silber^metall, auf welches sie wahrscheinlich doch gegen das Goldeinen Verlust erleiden wird; und vorbehaltlich der Aufklärung,welche von Seiten der Reichsbehörde mir werden wird, habeich die Absicht, einen entsprechenden Paragraphen zur Ein-fügung in unser gegenwärtiges Gesetz vorzuschlagen. Denn,meine Herren, darauf müssen wir vor allem anderen Wert legen,es muss eine entsprechende Quantität Silber eingezogen werdengegen das Gold, das wir in Umlauf setzen. Ich bin so sehrvon der Unvermeidlichkeit dieser Operation überzeugt, dass ichmir sage: wenn die Reichsbehörden nicht expressis verbis indas Gesetz sie aufgenommen haben, so hielten sie dies vielleichtfür überflüssig, so betrachten sie die Sache als so selbstver-ständlich, dass sie es kaum für nötig hielten, dieselbe zu pro-klamieren, und wollen vielleicht in der Manipulation der Dingeeine gewisse Freiheit haben, welche sich nicht besser in Wortenformulieren liess. Meine Herren, wenn wir nicht es mit 25 Staatenzu thun hätten, so könnte ich mich vielleicht mit einer solchenVersicherung begnügen. Allein wie die Sachen liegen, richtenwir nichts aus. Wir müssen absolut das strikte Verbot in dasGesetz einfügen, dass von heute ab noch irgendwo Silber-Kurantmünzen in irgend einem deutschen Staat ausgeprägtwerden. (Sehr gut! sehr richtig!)

Man hat vorgeschlagen, statt dessen sich auf das Einziehen;von Papier zu verlegen. Das bringt uns in Diffikultäten. DieEmission von Papiergeld ist so gesetzlich geregelt, mit so vielenPrivatinteressen in Deutschland verzettelt, dass, ehe wir einneues Bankgesetz in Deutschland haben, wir in dieses Wespen-nest nicht greifen dürfen. Es wird die Schwierigkeit, wennwir einmal Papiergeld einziehen, nicht so gross sein. Dennwohin wir mit dem Papier sollen, darüber werden wir nichtverlegen sein. Aber wohin wir mit dem Silber sollen, das istdie Frage, und ich möchte, wenn ich auf der einen Seite die