oben beschriebene Krisis bestanden hatte, unter den vielenkühnen Neuerungen, die am Ende des vorigen und zu Anfangdes gegenwärtigen Jahrhunderts in Frankreich eingeführt wurden,auch die Reform des ganzen Münzwesens in Angriff genommenwurde. Und zwar geschah dies im Jahre 1803, dem Jahre XIder Republik . Mit der Scharfsichtigkeit und dem Mute, denman überhaupt jener Zeit nicht absprechen darf, und der natür-lich nicht zu finden ist ohne eine gewisse Keckheit und Ober-flächlichkeit, die sich nicht an zu viel Bedenken stossen, dieaber in solcher Übergangsperiode mehr Vorteile als Nachteilehaben, ging die französische Gesetzgebung auch an die syste-matische Einführung eines Münzwesens, wie man es auf dieseWeise in Europa noch nicht begründet hatte, und zwar wurdedamals das in Frankreich eingeführt, was uns heute unter demNamen der Doppelwährung bekannt ist. Es wurde zugleichzum Teil auch dasjenige eingeführt, was gleichfalls eine Er-rungenschaft der französischen Revolution ist, das metrischeSystem, derart dass eine bestimmte, leicht fassliche Gewichts-einheit Silber einen bestimmt denominierten Geldwert habensollte. Die Unifikation, die ja überhaupt die Grundlage undder Ausgangspunkt der damaligen Bewegung von Frankreich war führte auch in diesem Punkte vollständig ihr Ideal durch.Sie liess das Längenmass basiert sein auf das allgemeinste undunverlierbarste Grundmass, das überhaupt denkbar ist, so langedie Erde bestehen wird, nämlich auf den so und sovielsten Teildes Erdumkreises: das Meter ist der zehnmillionste Teil desViertels eines Erdmeridians. Der zehnte Teil dieses Meters istdas Decimeter, der hundertste Teil das Centimeter, und auf diesewurde das Hohlmass basiert; es wurde festgesetzt, dass ein Kubik-decimeter ein Liter, ein Kubikcentimeter Wasser bei 4 0 Wärmeein Gramm sein solle, Bestimmungen, die auch in unsere neueredeutsche Gesetzgebung übergegangen sind und mit dem 1. Januarin Kraft treten. Es wurde ferner festgesetzt, dass fünf GrammSilber der sogenannte Frank sein sollten, der sich nur sehr wenigvon dem livre tournois der alten Münze unterschied; das livretournois war um 3 / 81 geringer. Das Verhältnis des Silbers zumGolde von 15 1 / 2 ; 1 machte aber, dass die Goldmünzen nichtebenfalls in das strenge metrische System eingepasst werdenkonnten. Diese französischen Münzen wurden uns ja auch von
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Ausgewählte Reden und Aufsätze über Geld- und Bankwesen / von Ludwig Bamberger. Im Auftr. ... hrsg. von Karl Helfferich
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