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verwandten naheliegenden Belgien und bei den lebhaften Be-ziehungen zu England den Sovereign oder das 20-Frankstück an-zunehmen; auch dieses kleine Land hat beschlossen, weder das12-Guldenstück (= i jß) noch das 20-Frankstück zu prägen, sondern,indem es vorbereitet den Ubergang zur Goldwährung, das alteholländische 10-Guldenstück wieder einzuführen, welches mitdem bestehenden Silberfuss quadriert. Ich glaube, wir könnenaus diesen Erfahrungen, welche ganz unabhängig von unserenEntschlüssen gemacht worden sind, die Beruhigung schöpfen,dass wir nicht in einem Irrtum waren, als wir jene gewichtigeEntscheidung trafen.
Nun meine Herren gehe ich über zu unserer heutigen Auf-gabe und frage: was liegt uns zunächst ob ? welche Zweifelkönnen uns aus der gegenwärtigen Vorlage entgegentreten?Die Aufgabe war das vorige Mal scheinbar viel schwieriger, inWirklichkeit glaube ich, war sie leichter. Wir hatten damalsgrosse Prinzipienfragen zu entscheiden, in denen jeder imGrunde schon ganz genau vorher weiss, was er will, jeder hatseine bestimmte Anschauung, und was oft noch entscheidenderist, die meisten haben ihr Steckenpferd. Als es sich daherdarum handelte, ob Gold allein, Gold und Silber, nationaleWährung, war die Aufgabe für keinen von uns eine sehr an-strengende. Heute liegen die Dinge anders. Es handelt sichum praktische Ausführung, es handelt sich um die Ziehungpragmatischer Folgerungen, von denen man bei keiner mitapodiktischer Gewissheit sagen kann: so muss es sein undso darf es nicht sein; es werden Gründe für und gegenjede der vorgeschlagenen und streitigen Bestimmungen vor-gebracht werden können, und jedem, der die Dinge ge-wissenhaft und ohne Voreingenommenheit auffasst, wird eswirklich schwieriger sein, sich schliesslich zu einer Entscheidungzu helfen. Ich glaube daher, dass es angezeigt ist, schon ausdiesem Grunde die Methode zu befolgen, dass wir dieses Ge-setz nicht in eine Kommission verweisen, ich glaube, die Ent-scheidung — eben wegen ihrer Schwierigkeit —ist womöglich vonvornherein unter Mitwirkung des ganzen Hauses und im Bei-sein des ganzen deutschen Publikums zu fassen. Ich glaubeauch, gerade, weil eine Menge von kleinlichen und peinlichenFragen hier zu pass kommen, eine Kommission würde sich ins