— 248 —
Verlegenheit geraten, wie die Schweiz , welche schon heutewehklagt, dass sie mit dem doppelten Fuss nicht mehr be-stehen könne wegen ihres Zusammenhanges mit Frankreich ,welches im Augenblick den Papierfuss hat; oder sie haben sichrascher Hand entschlossen eine Gesetzgebung vorzubereiten,welche den Goldfuss einführt, so namentlich die skandina-vischen Länder und Holland . Man kann mir wohl darauf be-merken, dass die Entschlüsse dieser Länder allerdings dadurchbedingt worden sind, dass wir den Goldfuss angenommen haben,dass jene Entschlüsse ohne unsern Vorgang nicht gefasst wordenwären; allein ich darf dann auch wohl entgegensetzen, dass,wenn jene Länder den Glauben hätten, wir befänden uns ent-schieden auf einem Irrweg, sie uns nicht nachgefolgt seinwürden. Wichtiger noch, meine Herren, sind diejenigen mass-gebenden Entscheidungen, welche uns in dem Punkte der Frage,ob nationale oder internationale Währung, von der Erfahrunggegeben worden sind. Zunächst ist es ausserordentlich inter-essant für uns, zu sehen, wie die skandinavischen Länder, dieseim ganzen nur etwas über sieben Millionen Seelen einbegreifen-den Staaten, trotzdem ihnen die Versuchung viel näher gelegenwar als uns, sich einer fremden Münznorm anzuschliessen, dochschliesslich zu dem Ergebnis gekommen sind, ein eigenesnationales Münzsystem zu gründen; trotz ihrer innigen Ver-bindung mit England , trotz ihrer innigen Verbindung mit dendeutschen Seehäfen, welche ihnen entweder den Sovereign, oderunsere deutsche Mark empfehlen konnten, haben sie genau ausdemselben Grunde wie wir — es ist das in ihren Motiven aus-drücklich 'ausgeführt — beschlossen, dass der wesentlichste Ge-sichtspunkt bei Einführung einer neuen Münze die Erleichterungdes Uberganges sei von der dem Volke altbekannten, nationalenMünze in die neue, und dass alle internationalen Beziehungenwesentlich sekundärer Natur seien. Aus diesem Grunde habensie eine Goldkrone und eine Doppelkrone eingeführt, welcheetwa den achten Teil mehr Wert hat, als unsere Zehn- undZwanzigmarkstücke, und welche in ihren Unterteilen sich auchnach dem Decimalsystem einrichten und sich möglichst dichtan die bestehenden schwedischen, dänischen und norwegischenThaler anzuschliessen suchen. Die Holländer haben in gleicherWeise gehandelt; auch ihnen lag es nahe, bei dem stamm-