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Ausgewählte Reden und Aufsätze über Geld- und Bankwesen / von Ludwig Bamberger. Im Auftr. ... hrsg. von Karl Helfferich
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durch, dass ich die Befürchtung nicht zurückdrängen konnte,es möchte sich eine Beruhigung ihrer bemächtigen, welche fürdie rasche sehr wünschenswerte Durchführung unseres Systemssehr gefährlich ist. Wenn Sie nur am Ende der ersten Seiteder Motive die Stelle sehen wollen, wo es heisst, dass das Ge-setz die Einziehung, der Silberkurantmünzen und eine Erweite-rung des Goldumlaufs anordnet, beziehungsweise nurin Aus-sicht nimmt", wenn ferner davon die Rede ist, wie wir nachEinführung dieser Thaler in ein bequemes Verhältnis gekommensind, wenn weiter wir auf Seite 13 in der Mitte an eineStelle kommen, wo ganz spät endlich davon gesprochen ist,dass schliesslich auch alle schweren Thaler eingezogen werden,und unmittelbar hinterher schon wieder eine Stelle folgt, in dervon den noch reichlich kursierenden Thalern die Rede ist,und wenn endlich, was mir als ein besonders verdächtiger Aus-druck erschien, auf Seite 12 der Motive gesagt ist:

also, wenn die vorhandenen Reichsmünzen, zuzüglichder stellvertretenden Münzen, dem Bedarf des Reichs-gebiets genügen, kann durch kaiserliche Verordnungdie neue Münzverfassung in ihrer Totalität für-dasReichsgebiet in Kraft gesetzt werden"so kommt doch das Gefühl über mich, dass der Schreibendein der Vorstellung lebt: an diesem Tage fühlt er, dass es gutsei, und ich möchte eben nicht, dass dieses Gefühl hier Platzgreife. Ich weiss und ich hoffe, ich werde widerlegt, aber dieHerren vom Regierungstisch müssen mir schon erlauben, dassich sie möglichst stark stimuliere, mich hier zu widerlegen, nichtbloss um meinetwillen, sondern auch des Publikums willen, dasausserhalb der Thüren steht, denn je mehr ich mich mit denUrhebern der Vorlage und ihrer Anschauung prinzipiell identi-fiziere, desto besorgter bin ich dafür, dass nicht ausserhalb derThüren und namentlich in Süddeutschland gesagt werde:sehtnur nach, auch die preussische Regierung hat ihren Raupenhelmund ihre himmelblaue Hose!" (Grosse Heiterkeit.)

Nun, meine Herren, weiss ich ja sehr gut, dass es nichtleicht ist, die Dinge zu forzieren, wie man im gewöhnlichenLeben sagt, dass wir mit grossen Schwierigkeiten in diesemUbergangszustande zu kämpfen haben werden. Je schlimmerund übler er beschaffen ist, desto mehr Grund haben wir aber