Rede über die Reichskassenscheine,
gehalten im Reichstag am 26. März 1874.
(Vergl. Einleitung S. 52 ff. u. 59.)
Meine Herren, ich stehe der Regierungsvorlage gegenüberdem Redner, welcher soeben die Tribüne verlassen hat, näherals demjenigen, der die Debatte eingeleitet hat; ich bin abernichtsdestoweniger meinem verehrten Freunde Mösle, der unsja überhaupt in der Ausarbeitung des Münzgesetzes so wesent-liche Dienste in den früheren Sessionen geleistet hat, dankbardafür, dass er den Standpunkt des reinen Prinzips heute gewahrthat. Er erleichtert mir dadurch die Aufgabe, die geringe Kon-zession, die ich im Interesse des Prinzips von Seiten der ver-bündeten Regierungen wünsche, sicherer erhoffen zu können,als wenn er seine strammen Prinzipien nicht so stark in denVordergrund der Debatte gestellt hätte.
Meine Herren, die Frage, ob die gegenwärtige Vorlage ver-bunden werden müsse mit der Vorlage wegen des Bankgesetzes,ist, wie schon mehrmals heute bemerkt worden, für uns insoferneine müssige, als wir, wenn wir, wie wir müssen, die in dervorigen Session getroffene Verabredung zwischen Reichstag undRegierung streng, ich meine so loyal als möglich, interpretieren,wir in der Verhandlung keinen Anhaltspunkt finden, der unsdavon dispensiert, die heutige Vorlage in Beratung zu ziehen.Ich leugne damit .durchaus nicht, dass dieser enge Zusammen-hang zwischen beiden Materien stattfindet, und es hat es jaeigentlich auch noch niemand geleugnet; aber, meine Herren,wenn auf der einen Seite das der Fall ist, so können wir ebenso