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Ausgewählte Reden und Aufsätze über Geld- und Bankwesen / von Ludwig Bamberger. Im Auftr. ... hrsg. von Karl Helfferich
Entstehung
Seite
298
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Zeit müssig und zinslos in den Reichskassen liegt, dann werdenwir sicher daraus die Uberzeugung schöpfen, dass die ver-schiedenen Bestände, die da aufgehäuft sind und die nicht soschnell aufgezehrt werden können, mehr als ausreichend dazusind, die zehn Millionen, wie wir es wollen, aus Papier in Goldzu verwandeln, und sollte er, weil er die Dinge streng aus-einander halten will, vielleicht behaupten, dass alle diese Be-stände ihre besonderen Zwecke haben, nun, meine Herren, sohaben wir zum Zweck der Durchführung der Münzreform vorsechs Monaten einen Kredit von 50 Millionen gewährt, dannmag die Münzreform bei dem Festungsfonds oder bei demMarinefonds borgen, sie mag das Geld mit 4 a / 2 Prozent ver-zinsen, wir zahlen dann mit der einen Hand, was wir mit deranderen nehmen, kommen aber nicht in die Lage, mehr Papier-geld zu machen als angezeigt ist, bloss deshalb, weil wir unsnicht von dem Gelde trennen können, das wir hüten.

Meine Herren, ich habe mich bemüht, Ihnen meine An-sichten zu exponieren, ich habe mich bemüht, so sehr als mög-lich nahe zu kommen der Absicht der Reichsregierung. Ich.habe in den voraufgegangenen Gesetzen über die Münzreformdas Glück gehabt, in den Hauptvorschlägen beinahe immer mitden Anschauungen der Regierungen zusammenzutreffen, und ichsehe auch jetzt wieder, dass wir uns vollkommen eigentlich aufdemselben Terrain befinden, aber umsomehr rechne ich darauf,dass Sie, indem Sie sich auf die Ausgabe von 40 Millionenjetzt beschränken, den von mir vorgetragenen Argumenten auchRechnung tragen. Ich glaube, anders zu verfahren würde nichtnur heissen, gegen die Grundsätze der Vorsicht, sondern beinahegegen die Gesetze des wirtschaftlichen Anstandes Verstössen.(Beifall links.)