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Ausgewählte Reden und Aufsätze über Geld- und Bankwesen / von Ludwig Bamberger. Im Auftr. ... hrsg. von Karl Helfferich
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301
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Rede über das Bankgesetz,

gehalten am 16. November 1874.

(Vergl. Einleitung S. 66 ff.)

Meine Herren! Ohne in die formale Untersuchung derFrage einzutreten, welche soeben durch die Einreichung desAntrages Lasker und Genossen ins Leben tritt*), darf ich dochvon vornherein erklären, dass der materielle Inhalt für michden hervorragenden, wenn nicht den ausschliesslichen Inhaltder heutigen Erörterung bildet. Meine Herren, mit allen Aus-einandersetzungen, welche der geehrte Herr Präsident des Reichs-kanzleramts uns soeben vorgetragen hat, bis auf einen einzigenPunkt, kann ich mich einverstanden erklären; nur dieser einzigePunkt beherrscht die heutige Diskussion.

So oft wir die Jahre her die Bankfrage in Betracht oderin den Bereich unserer Besprechungen gezogen, habe ich michimmer eifrigst damit einverstanden erklärt, dass erstens eineBeschränkung des Unwesens, das namentlich mit ungedecktenBanknoten bei uns in Deutschland getrieben wird, vor allenDingen gefordert sei zur Herstellung eines Münzwesens, wiewir im Begriff sind, es durchzuführen. Zum zweiten habe ichimmer aus voller Überzeugung den Bedenken zugestimmt, welchedaraufhinausgingen, uns zu sagen, wir möchten uns die Schwierig-keit einer Bankgesetzgebung so gross wie nur immer denkbarvorstellen, es sei eine der schwierigsten und verwickeltsten Auf-

*) Uberweisung des Bankgesetzentwurfs an eine Kommission, mit demausdrücklichen Auftrag, den Entwurf durch Bestimmungen über die Errichtungeiner Reichsbank zu ergänzen. Die Zulässigkeit der Erteilung eines solchenAuftrags wurde angefochten.