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Ausgewählte Reden und Aufsätze über Geld- und Bankwesen / von Ludwig Bamberger. Im Auftr. ... hrsg. von Karl Helfferich
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und der Verkehrserscheinungen allzusehr anzuklagen geneigtsein möchten.

Des Ferneren darf ich wohl die Erwartung aussprechen,dass der geehrte Herr Finanzminister von Preussen die Auf-klärung sowohl, die er uns bei der Verhandlung über Elsass-Lothringen gegeben, als die Aufklärungen, die uns bereits vonSeiten des Herrn Präsidenten zu teil geworden sind, noch inseinen heutigen Auseinandersetzungen vervollständigen möge,soweit er das für zuträglich hält, mit dem Erfolge der von ihmzu vertretenden Massregeln. Es kann ja sein, dass er Absichtenhegt, die mitzuteilen er nicht für gut hält, und ich will ihmdieselben damit durchaus nicht zu entlocken versuchen; aberdarum würde ich ihn bitten, dass, soweit es möglich ist, er unsüber den Gang der künftig durchzuführenden Münzreform auf-klärt. Ich bin deswegen besonders gespannt auf das, was eruns sagen wird, weil ich, vielleicht durch meine Schuld, inZweifel geraten bin über die Vorstellungen, die er für die Zu-kunft mit dieser Lage der Dinge verknüpft. Als wir zum erstenMale den Gegenstand behandelten, meine Herren, im Dezember1871 war es, glaube ich, da erlaubte ich mir, an den geehrtenHerrn Finanzminister, mit dem ich mich über die Dinge hieröffentlich unterhalten habe, die Frage zu stellen, wie sich derselbedie Durchführung der Goldwährung denke, weil ich mir zweiWege vorstellen konnte, in denen dieselbe ausgeführt würde;der eine bestand darin, er schien mir etwas gigantisch, ersammelt das Gold, das er für denVerkehr für nötig hält, um esaufzuhäufen und einzuschliessen, um im Momente, da er glaubt,genugsam gerüstet zu sein, plötzlich die Schleusen zu öffnenso drückte ich mich damals aus und das Gold über das Landzu ergiessen, während er das Silber einzöge. Der geehrte HerrFinanzminister antwortete mir damals, das sei entfernt nichtseine Ansicht, er sei vielmehr gewillt, successive mit der Aus-lassung des Goldes vorzugehen und in demselben Masse auchaufzuräumen mit der Cirkulation des Silbers (er legte damalsmehr Nachdruck auf das Papier als auf das Silber). Nun, meineHerren, ich habe durchaus gegen dieses Procedere nichts ein-zuwenden, nur ist mir aus seiner letzten Erklärung der Eindruckzurückgeblieben, als hätte er seinen Operationsplan von damals