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es nur Dank der geschickten Operationsweise der französischen Bank möglich war, wieder so viel Gold nach Frankreich anzu-ziehen, die günstigen Momente so zu benutzen, dass jetzt diesesLand trotz seines Zwangskurses gewissermassen solventer da-steht, als andere Länder, die noch die Barwährung haben. Manhat vielfach den Ruhm des Herrn Thiers hervorgehoben, demFrankreich verdanke die Befreiung seines Territoriums und diegeniale Durchführung der Geldoperation, durch die diese Be-freiung möglich geworden sei. Es ist durchaus nicht meinBeruf, den Ruhm des Herrn Thiers herabzuziehen, und ich gönneihm gern, was ihm die französische Nation und andere Nationendafür an Anerkennung zollen. Ich glaube aber, es ist in diesemFalle gegangen, wie in vielen anderen Fällen. Diejenigen Früchte,welche die Gunst der Verhältnisse gezeitigt hat, winden sichleicht um die Schläfe eines Ministers als Lorbeeren (sehr gut!),und man gönnt sie ihm von Herzen, wenn er auf der Höheder Umstände zu sein versteht. Im übrigen aber hat Herr Thiers,so lange er die Geschäfte führte, allerdings zwei Dinge sehrwohl verstanden. Er verstand zunächst, nicht am unrechtenOrte zu knausern. Er verstand es, diejenigen Kräfte ins Spielzu setzen, die nötig sind, um eine Staatsleitung bei grossenfinanziellen Operationen zu unterstützen, und er wusste, dassdas nicht geschehen kann, wenn nicht auch der Durst nachGewinn in den betreffenden Hilfskräften gereizt und befriedigtwird. Der grosse Erfolg der Dreimilliarden-Anleihe bestand imGrunde darin, dass man ein Fünffrankenstück für 4,75 Frankverkaufte, und dass es dafür viele Liebhaber in der Welt gab,das war im Grunde ganz natürlich. (Heiterkeit.)
Aber, meine Herren, dies Verfahren war deshalb gerecht-fertigt, weil in schwierigen Augenblicken heroische Mittel auchnotwendig sind, und ich glaube, dass, wenn wir ähnlich kom-merziell verfahren wären in der Durchführung unserer Gold-währung, wenn wir uns nicht begnügt hätten, die Privatprägung,wie es geschehen ist, nur als toten Buchstaben wegen der Höhedes Münzlohnes in unser Gesetz zu stellen, sondern dem privatenGewinndurst Anreiz zu geben, Gold in das Land zu führen, sohätten wir auch einen Erfolg mehr zu verzeichnen. Ein zweitesaber hat Herr Thiers besonders verstanden; das war, sich über-haupt der Privatindustrie auch als Ratgeberin zu bedienen,