noch fortdauernde, aber auf den vorhandenen Bestand einge-schränkte Silbercirkulation und daneben in bestimmtem Wert-verhältnis eine dehnbare Goldausprägung. Aber auch dieserzweite und dritte Schritt konnte so wenig einen befriedigendenAbschluss herbeiführen, wie wir bei unserem ersten Gesetz von1S71 hätten stehen bleiben können. Vor Ablauf des zweitenprovisorischen Termins sah sich die holländische Regierung indie Notwendigkeit versetzt, den letzten Schritt zu thun, dasSilber als grobe Münze abzuschaffen. Das thut ein bis jetztnur noch als Entwurf für die nächste Sitzung der Kammernausgearbeitetes Gesetz. *)
Wenn jemals das, was die Verstandesträgen oder noch vielöfter die Interessierten eine „Theorie" nennen, ohne jede dialek-tische Überredungskunst und nur durch die Naturgewalt deräusseren Umstände sich den Weg in die Welt gebahnt hat, soist es hier geschehen; und es lässt sich kein Vorgang denken,welcher für die Unaufhaltsamkeit der noch im Fluss befindlichenEntwicklung dieser Dinge einen stärkeren Beweis enthaltenkönnte, als diese durch die Thatsachen erzwungene Bekehrungeines durch alle Ideen- und Interessenverbindungen zum Wider-stehen aufgelegten und seinen Widerstand nur zollweise auf-gebenden Staatswesens. Frankreich hat die erste Hälfte der-selben Erlebnisse durchgemacht, und was es noch nicht erlebthat, das steht ihm bevor, so sehr auch die dort viel mächtigerenEinflüsse der Routine und des Eigennutzes sich sträuben mögen.
Der Friede von 1871 fand Frankreich in der Münzverfassung,welche der Krieg geschaffen hatte, mit einem Umlaufsmittel,das zum wesentlichen in den mit Zwangskurs versehenen Notender Bank bestand. Die ersten starken Erschütterungen derSilberpreise konnten sich schon deshalb nicht im Innern aufschädliche Weise fühlbar machen, weil nach dem Text desFriedenstraktats die Kriegsentschädigung auch in Silbermünzenentrichtet werden durfte. Nachdem diese Operation abgewickeltwar und die Verhältnisse des Wechselkurses wieder zur Metall-einfuhr nach Frankreich Veranlassung gaben, war es natürlich,dass die Geschäftsleute hierzu das inzwischen wohlfeiler ge-
*) welches aber mit einer Mehrheit von wenigen Stimmen von denGeneralstaaten abgelehnt ward.