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kontingent von 140 auf 150 Millionen für das Jahr 1875erhöht.
Im Laufe des Jahres 1875 bewegte sich der Preis desSilbers, kurze Momente der Gegenströmung abgerechnet, instetigem Niedergang. In den Monaten Januar und Februar,während die Konferenz zu Paris tagte, galt die Unze in London 57% Pence, was einem Verhältnis zum Golde wie 1 zu 16,43entspricht. Ende Januar und Februar 1876, als sie zum drittenMale sich versammelte, war der Preis auf 55 gesunken miteiner entsprechenden Verschiebung des Verhältnisses zum Goldegleich 1 zu 17,14. Das heisst, zwischen der gesetzlichen Fiktionund der Wirklichkeit des gegenseitigen Tauschwertes hatte eineAbweichung von 11 Prozent zum Nachteil des Silbers statt-gefunden. Der Ernst eines so krassen, sich immer mehr fest-setzenden und verbreitenden Missstandes hatte in den nichtvon dem offiziellen Schlendrian befangenen Kreisen Frankreichs zu selbständiger Erörterung der Frage geführt. Die PariserHandelskammer unterzog den Gegenstand wiederholt ihrerPrüfung und sprach sich mit Entschiedenheit für die Herstellungder ausschliesslichen Goldwährung aus. Zur Zeit, als die Kon-ferenz zum drittenmale sich vereinigte, legte die Handelskammerdem Finanzminister eine dahin zielende Petition vor, in welchersie das Einstellen aller ferneren Silberprägungen begehrte. Nochbedeutsamer war, dass der eifrigste und begabteste Anwalt derGoldwährung, der ehemalige Präsident des kaiserlichen Staats-rats, bei den Neuwahlen in den Senat eingetreten, die Regierungaus ihrem süssen Traum durch eine Interpellation zu weckensich anschickte. Der Finanzminister Say ergriff den letztenAugenblick, um sich die Initiative zu retten. Die dritte Staaten-konferenz hatte für das dritte Jahr (1876) das alte System er-neuert, nur die Summen der betreffenden Licenzen um einGeringes beschnitten. Am 21. März, d. h. einen Tag vor derim Senate anberaumten Debatte über die Interpellation Parieus,brachte die Regierung einen Gesetzentwurf ein, der in einemeinzigen Artikel bestand, lautend: „Die Ausprägung von silbernenFünffrankenstücken kann auf dem Wege des Dekrets einge-schränkt oder suspendiert werden." In den nächstfolgendenTagen antwortete Parieu mit einem Gegenvorschlag, welcherder Münze verbot, neue Berechtigungsscheine auf Silberausprägung