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obachtungsresultate des Berichts bei aller Enthaltsamkeit, diesie in der Skizzierung von Zukunftsbildern üben, mit unsereneigenen oben entwickelten Ansichten überein. Einerseits wirdkonstatiert, dass seit dem Rückgang der Silberpreise Frankreich vermöge der fiktiven Wertrelationen das Abzugsbecken für dasminderwertige Metall geworden ist, dass namentlich unter demSchutz der lateinischen Münzkonvention, welche der Bank-gouverneur Rouland mit Recht eine „fatale" nennt, auch dasauf Papier fussende Italien seinen ganzen Vorrat an Silber-münzen und sogar an untergradiger Scheidemünze nach Frank-reich hinübergeworfen hat; dass in der That und alles in allemberechnet, mehr als die Hälfte sämtlichen, während der letztenvier Jahre in der Welt produzierten Silbers auf Frankreich aus-geschüttet worden ist; dass aber, nachdem der Weg unver-meidlicher Erkenntnis endlich beschritten, d. h. die Silber-prägung erst beschränkt und dann sistiert worden, das Landnicht länger fortfahren kann, auf die bisherige Weise der Weltals Abzugskanal für den Überschuss des an Wert vermindertenMetalls zu dienen. Der Totalüberschuss nämlich, welcher imLauf der letzten vier Jahre, verglichen zu den vorhergegangenenvier Jahren, auf den Weltmarkt kam, betrug rund anderthalbMilliarden Mark, und von diesem Gesamtbetrag erhielt Frank-reich 670 Millionen. Diese Thatsache und die innere Unmög-lichkeit ihrer Fortdauer ist, was die Kommission als das Wich-tigste in der ganzen Physiognomie der Lage wiederholt hervor-hebt. Und so verhält es sich. Der gegenwärtige Stand desSilbers hängt an diesem Faden und man muss blind sein, umnicht zu sehen, wie dünn derselbe geworden. Als gewiss, sagtder Bericht am Schluss, steht vor uns die grosse Zunahme derProduktion von Silber, die Abnahme von Verwendung vermögedes veränderten indischen Budgets. Ob dagegen die Aufnahme-fähigkeit der ostasiatischen Bevölkerungen dem das Gegen-gewicht halten wird, bleibt jedenfalls zweifelhaft.
Und bei aller Gewalt, welche die Kommission sich anthut,keine Zukunftsansichten zu formulieren, kann sie sich doch nichtentbrechen, mit folgender Reflexion ihre Arbeit zu schliessen:„Wenn es dahin kommen sollte, dass die allgemeine Münzpolitikden Weg einschlüge, das bequemere Gold immer mehr iminnern und auswärtigen Handelsverkehr dem Silber vorzuziehen
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