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noch mehr als da, wo der Verfasser der Technik die Möglich-keit abspricht, etliche tausend Fuss tiefer nach Gold zu graben,ist sicher ein Fragezeichen wohl angebracht.
Doch es mögen nun diese Zweifel auf sich beruhen bleiben.Sie haben für unsere eigentliche Aufgabe eine untergeordneteBedeutung. Auch hier soll nichts zurückgenommen werden vondem zum voraus gegebenen Versprechen, die thatsächlichenHypothesen des Autors frei walten zu lassen und ihm nur daauf die Finger zu sehen, wo er uns beweisen will, dass dasdeutsche Reich übel beraten gewesen sei, als es die ausschliess-liche Goldwährung einführte. Denn das ist doch eigentlich derunausgesprochene Grundgedanke, welchen das Buch in sichträgt; etwa noch in den Zukunftsgedanken fortgesetzt, dassÖsterreich sich aus dem Sinn schlagen möge, dieser gefähr-lichen Spur zu folgen.
Nehmen wir immerhin die beiden Kardinalsätze als richtigan: was die Erde den Menschen an Gold zu liefern im ständeist, hat sie — für alle Zeiten — zum grösstenTeil ausgeliefert:dagegen folgt die Silberproduktion ganz anderen Bedingungenals die des Goldes.
II.
Gegenüber dem grössten Trumpf, welchen der Alarmistausspielt, wird es am besten sein, mit einem offenen Geständnisdie Karten auf den Tisch zu legen. Sein düsteres Orakelspricht nämlich also:
„Der Zeitpunkt ist aber unausweichlich {sie), in welchemund zwar voraussichtlich nach wenigen Jahrhunderten die Gold-produktion sich dauernd in ausserordentlichem Masse vermindernwird, und dieses Metall bei fortwährend zunehmender Seltenheitnicht mehr im stände sein wird, seine bisherige wirtschaftlicheStellung zu behaupten."
Also noch „wenige hundert Jahre" lägen selbst nach dieserbösen Prophezeiung zwischen dem glücklichen Heute und jenenkommenden Tagen der Goldarmut. Man braucht vielleichtnoch gar kein schlechtes Gemüt zu haben, um bei dieser Vor-stellung ganz unbewegt zu bleiben. Selbst angenommen, das