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erhalten. In Italien sorgt die Uberlieferung aus der Zeit derewigen Fehden früherer Jahrhunderte, gleich wie das noch nichtausgerottete Brigantentum dafür, dass viel mehr verscharrt wird,als in Frankreich. Spanien gar, das Land der Guerillas, ist dasklassische Land der eingemauerten Töpfe.
Den Voraussagungen, welche mit dem Rückgang derGoldausbeute drohen, stellen sich so von selbst Erwägungengegenüber, welche dem abnehmenden Bedarf des Verkehrsselbst entnommen sind. Auf welche Art von Beobachtungensich eine glaubwürdigere Wahrscheinlichkeitsberechnung gründenlässt, ob auf solche, die in die Schachte des unerschlossenenErdreichs einzudringen versuchen, oder auf die, welche den zuTage liegenden Gang der wirtschaftlichen Entwicklung ver-folgen, bleibe dahingestellt. Sollte die eine wie die andereErwartung sich erfüllen, so wäre damit eine der Haupt-bedingungen gedeihlichen Verkehrs gesichert. Die auf Er-sparung von Barmitteln gerichtete Tendenz der Civilisationverlangt ausdrücklich nach einer Ausgleichung in Form ver-minderter Zufuhr. Wie gut, wenn doch eine solche Wendungbereits eingetreten wäre! Die Weltgeschäfte haben beinahevon jeher darunter gelitten, dass die neuen Tauschmittel nichtlangsam genug zuflössen. Mit Ausnahme kurzer Zwischen-abschnitte sind im Verlauf der grossen historischen Entwicklungs-perioden die Preise der meisten Dinge fortwährend gestiegen,d. h. der Geldwert ist gesunken, und offenbar infolge der Ver-mehrung, sei es des Metallgeldes, sei es der Surrogate des-selben. Sowohl unser Jahrhundert im allgemeinen als insbe-sondere die jüngsten Zeiten (wenn auch nicht gerade die letzt-durchlebten Jahre) haben dies erfahren. Die grossen Lagervon Gold und Silber, die in verschiedenen Weltteilen seit 1848erschlossen wurden, haben sehr viel dazu beigetragen, den Preisder Edelmetalle zu drücken; die bereits geschilderten Vervoll-kommnungen in Handel und Verkehr haben mitgewirkt; end-lich traten hinzu als dritte nach derselben Seite drängendeUrsache die Finanzverlegenheiten der meisten Grossstaaten.Denn diese sahen sich bewogen, Papiergeld an Stelle der klingen-den Währung zu setzen und letztere in die wenigen Länderzu treiben, deren Münze noch auf der metallischen Grundlageruht. Von den sechs grossen Staaten, die sich mit Papier