— 482 —
Centner gestiegen im Jahre 1882, und in der ersten Hälftedes Jahres 1883 auf 15 Millionen. Meine Herren, einen deut-licheren ziffermässigen Beweis, dass die indische Weizenausfuhrnicht zusammenhängt mit den Silberpreisen, können Sie wahr-lich nicht beanspruchen.
Wir sind auch gar nicht in Verlegenheit, zu erklären, warumdiese Weizenausfuhr unabhängig von den Silberpreisen so ge-stiegen ist. Das Land ist durch Eisenbahnen erschlossen worden,wie Russland , wie eine ganze Menge von Ländern, von denen wirhören, dass sie uns jetzt „überschwemmen", weil man dort in dasInnere des Landes vordringt. Weit entfernt davon, dass diePreise in Indien niedriger gegangen wären durch die Hebungder Verkehrsmittel, sind sie vielmehr gestiegen. Der Preis desGetreides ist in denjenigen Gegenden, wo die Leute früher mitOchsenkarren den Weizen fortschaffen mussten, wo er manchmalso wertlos war, dass man ihn zum Teil nicht verkaufen konnte,erheblich durch die Eisenbahnfahrt gestiegen; und das ist auchan sich so glaublich, dass man sich nicht anzustrengen braucht,um es erst glaublich zu machen.
Dieses eine Beispiel von vielen. Und dann lassen Sie michdaran erinnern, dass die Klagen der Landwirte — sie mögenmehr oder weniger berechtigt sein, ich will ja diesen Punkt nichtnäher berühren, es wird den Landwirten im grossen und ganzenebenso gehen wie der anderen Menschheit zu allen Zeiten, „dassunter Tausenden ein Glücklicher ist, und dass im übrigen dieMenschheit sich quält"; vielleicht muss sich dieselbe überhauptheute mehr quälen als ehemals, ich glaube, es liegt in dermodernen Kultur, dass sich jetzt jeder mehr quälen muss; dasLeben wird intensiver und damit angestrengter mit dem Fort-schritt der Menschheit — aber, meine Herren, sind denn dieLandwirte in anderen Ländern glücklicher als in Deutschland ?sind sie in Osterreich glücklicher, wo sie die Papierwährunghaben, das Ideal nach den Schilderungen unserer Bimetallisten,wo man mit Scheingeld statt mit gutem Metall die Arbeiterbezahlt, sind sie dort glücklicher? Schon vor Jahren las ich ineinem Bericht des österreichischen Parlaments, dass ein galizischerGrundherr ausrief: „Wir galizische Landwirte sind allesamtruiniert". Der Brauch, alles auf die Währung zu wälzen, erinnertmich an eine Äusserung in der Rede, die der Herr Reichs-