kanzler uns jüngst über die englischen Beziehungen zum Aus-lande hielt. Er begleitete die Äusserung, dass England sichüber Deutschland beschwere, mit der Bemerkung: So geht esimmer; wenn irgend jemanden etwas drückt, so sucht'er einenbestimmten Ubelthäter, der alles verbrochen haben muss. DieserUbelthäter ist hier für die Agrikultur wie für so vieles anderejetzt die Goldwährung; und man thäte wirklich besser, stattsich einen solchen Sündenbock zu holen, ernstliche Unter-suchungen über die Dinge anzustellen und nicht auf solchekühnen luftigen Probleme hier Pläne zu bauen, welche denwirtschaftlichen Bestand des Landes in die ernsteste Gefahrbringen können.
Nun verstehe ich endlich auch folgendes nicht. Es wirduns immer gesagt, das Geheimnis des Vorteils, welchen Öster-reich, Russland , Indien vor den Ländern mit solider Zahlunghaben, bestehe darin, dass die Preise sich dort im Inlande nichtänderten, während die Waren im Auslande höhere vollwertigePreise bekommen. Das ist eine sehr interessante Äusserungvon seiten der Herren, die uns beständig beweisen, unsere Preisewären zurückgegangen, weil wir weniger Geld hätten als früher,weil das Geld seltener geworden wäre. Nun wollen sie absolutnichts davon wissen, wenn das Geld in anderen Ländern durchPapieremissionen, durch Silberzuströmungen häufiger gewordenist, dass sich da die Preise gehoben haben müssen. Wenn aberdas eine wahr ist, so muss das andere auch wahr sein. Eskann hier doch nicht zweierlei Gesetze geben. Wie der HerrAbgeordnete von Kardorff richtig bemerkt hat, giebt es aller-dings Ubergangsstadien, in denen die Verschiebungen nichtsogleich sichtbar werden; und das ist der besonders wundePunkt in den Vorschlägen, die die Herren machen, dass sieunsere wirtschaftlichen Interessen diesen Trugphänomenen über-antworten wollen, bei denen jedenfalls die Arbeiter am aller-meisten leiden würden. Die Arbeitslöhne fühlen zuletzt dieÄnderung, welche vorgegangen ist. Wenn die Währung sichverschlechtert, so werden diese dem Namen nach mit demalten Gelde bezahlt, wenn es auch nicht mehr den alten Werthat; die Löhne rücken erst langsam nach, und das ist die be-denklichste Seite der Berechnung, welche dem bimetallistischenAnsturm zu Grunde liegt. Aber auch diese Ungleichheit hält