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Ausgewählte Reden und Aufsätze über Geld- und Bankwesen / von Ludwig Bamberger. Im Auftr. ... hrsg. von Karl Helfferich
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Regierung ernennen. Ich bin nicht der Ansicht; aber jeden-falls ist es soweit wahr, dass man sagen könnte: Platz für Privat-interessen ist in dieser Vertretung des Ausschusses, der derBank beigegeben ist, absolut nicht.

Nun, damit gar keine Argumentation weggelassen werde,die hinfällig ist, Herr Gamp hat sich nicht eine einzige ent-gehen lassen, hat er auch noch vorgetragen jene merk-würdige Betrachtung, es seien unter den Aktionären der Bankso und so viele Ausländer. Sollte man nicht meinen, es stündein den Statuten der Bank oder in dem Gesetze, dass den Aus-ländern Aktien gegeben werden sollen? Meine Herren, warumsind Ausländer darunter? Ganz einfach, weil sie mehr für dieAktien bezahlen als Deutsche; wenn die Deutschen mehr dafürgäben, würden Sie Deutsche haben. Finden Sie darin ein Übel,dass so und so viele Ausländer die Aktien höher veranschlagenals die eigenen Mitbürger ? Können Sie einen Einfluss ausüben ? Essteht ausdrücklich in der Vorschrift, dass die Mitglieder jenesAusschusses, der beratend der Bank zur Seite steht, nur In-länder seien, und ein grosser Teil davon nur in Berlin wohnenmuss. Wo ist dann das Unglück, wenn auswärtige Aktionärean der Reichsbank beteiligt sind ? Ich erinnere mich, dass vorIO oder 12 Jahren in offiziösen Blättern gar nicht mit UnrechtStaat damit gemacht war, dass jetzt die preussischen Konsolsan die englische Börse gebracht würden, dass die Engländerpreussische Staatspapiere kauften, und im ganzen, meine Herren,wird das nicht zum Nachteil eines Landes oder zur Schandeeines Landes gereichen, wenn das Ausland soviel Vertrauen zuseinen Werten hat, dass Leute, die ganz solide sein wollen, diesich schützen wollen gegen die Gefahren einseitiger Kapital-anlage in ihrem eigenen Lande, auch solche auswärtigen Aktienkaufen. Ich muss sagen: von allen wunderlichen Argumenten,die ich in der Sache habe vorbringen hören, ist mir das nocheins der wunderlichsten.

Nun, meine Herren, ist schliesslich vorgeschlagen worden,diese Materie vor eine Kommission zu bringen. Ich mussIhnen ehrlich sagen: wie ich die Dinge ansehe, glaube ich kaum,dass hier Ursache vorliegt, die Sache in eine Kommission zuverweisen. Denn von zwei Dingen eins: entweder man lässtdie Sache bei ihrer jetzigen Bewandtnis, folgt dem Vorschlage