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Ausgewählte Reden und Aufsätze über Geld- und Bankwesen / von Ludwig Bamberger. Im Auftr. ... hrsg. von Karl Helfferich
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der verbündeten Regierungen, und da sehe ich nicht ein, waseine Kommission da Grosses zu thun hätte, oder die Gegnersiegen, man will die ganze Anstalt umwerfen, man beschliessteine Kündigung, nun, meine Herren, dann ist noch Zeit, inzweiter Lesung zu beschliessen, dass die Spezialberatung aneine Kommission gehen soll. Es ist in keinem Stadium derBeratung ausgeschlossen, eine Materie wieder in eine Kommissionzurückzuschicken. Aber ist es nicht selbst für die Anhängerder Staatsbank, für die Anhänger des Vorschlags der Kündigungvon dem höchsten Werte, dass diese allgemeinen Prinzipien-fragen nicht hinter den vier Wänden eines Kommissionszimmers,sondern dass die hier in pleno beraten und beschlossen werden ?Meine Herren, hier handelt es sich ja nicht um Details; eshandelt sich um eine grosse Prinzipienfrage: die Einen wollendie Bank verstaatlichen, die Anderen wollen es nicht. Das istkein Gegenstand für eine Kommissionsberatung. Meiner An-sicht nach müsste man diese Sache vorerst für die zweiteLesung in das Plenum verweisen. Wird in dieser zweitenLesung beschlossen, dass gekündigt werden soll, dann stimmeich mit dafür, dass man die Sache dann in eine Kommissionverweist. Ich weiss aber, wie es geht: die Neigung ist heuteeinmal nicht zum Vorteil des Parlamentarismus, nicht zumVorteil unserer Beratungen, nicht nach der Zeit der bestenGewohnheit der parlamentarischen Praxis, möglichst vieleDinge in die Kommission zu weisen; die grosse Anzahl derMitglieder kann dann fehlen, kann nach Hause reisen, sie nimmtkein Interesse an der ganzen Verhandlung, es wird eine Spezialitätvon wenigen Leuten; dann kommt ein Bericht; ist die Sachefertig gekocht, so wird sie angerichtet, und dann wird esmeistens so angenommen. Es giebt eine Menge Eälle, in denenja dies notwendig ist; aber ich glaube, dass es nicht gut ist,dass das ohne Notwendigkeit eine Art allgemeiner Bequemlich-keitsregel wird.

Ich will keinen Vorschlag machen; ich bin nicht davonüberzeugt, dass es hier nötig wäre, vorerst noch eine Kom-mission zu ernennen. Wollen Sie aber eine Kommissions-beratung, so scheint mir doch die Zahl von 28, wie sie HerrGraf Stolberg vorgeschlagen hat, enorm gross. Warum solldenn das bei 28 Cigarren beraten werden? 21 genügen auch,