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Ausgewählte Reden und Aufsätze über Geld- und Bankwesen / von Ludwig Bamberger. Im Auftr. ... hrsg. von Karl Helfferich
Entstehung
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Konsulent der Hamburger Kommerzdepution (jetzt Handels-kammer); 1846 verheiratete er sich mit der Tochter des SenatorsMeyer, die ihn überlebt. Im Jahre 1848 nahm er am Vor-parlament in Frankfurt Teil. Im Jahre 1872 legte er seineamtliche Stellung nieder und siedelte als Honorarprofessor andie Göttinger Universität über. Er hielt einige Semester Vor-lesungen, aber seine Vorzüge waren nicht die, welche Anziehungauf die Studenten üben. Seine Stärke gehörte der eigenenArbeit in der Stille des Kabinets. Er war ein guter Anhängereiner gesunden Freihandelspolitik und ein abgesagter Feind desStaatssozialismus . Obwohl ihm die Anerkennung, die in derwissenschaftlichen Welt aller Zungen fand, sehr wohl that, blieber ein bescheidener, schlichter, durch und durch humaner, offen-herziger Mann, dessen Sinn in allen Stücken auf das Reine undGute gerichtet war. Er hat das glücklichste Ende in hohenJahren einen unverhofften Tod gefunden. Am Sonnabend,dem 22. d. M., war er noch des Abends im Theater. Heimge-kehrt fühlte er sich etwas unwohl, bestellte sich Thee, undschlief dabei ruhig ein. Nach Mitternacht war alles vorüber.

Wenn demnächst, genau einen Monat nach seinem Sterbe-tag, der internationale Münzkongress sich in Brüssel versammelt,sollte sein erstes Geschäft sein, des Verewigten Andenken zuehren. Auch die Bimetallisten könnten ruhig einstimmen, dennso weit es von seinem Willen abhing, hätte sein freundlicherGeist auch ihnen gerne sich gefällig erwiesen.

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