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alle Ewigkeit zu fixieren. Die Antwort, welche die indischeRegierung auf diesen horriblen Unsinn, den selbst die meistenBimetallisten heute nicht mehr zu vertreten wagen, gab, ist eineder schönsten Lektionen, welche den beiden silberfreundlichenRepubliken erteilt werden konnte. Der Gedanke, ein Metall,von dem jetzt 35 Einheiten gleich einer Einheit Gold sinddurch einen Vertrag auf den Wert von 15V2 Einheiten hinauf-zudekretieren, ist von der indischen Regierung in einer Weisecharakterisiert worden, wie solche Keckheit es verdient. Unddas ist um so bemerkenswerter, weil die an dem Vorschlagein dessen offizieller Beantwortung geübte Kritik eine unüber-treffliche Charakteristik für das ganze bimetallistische Agitations-wesen liefert.
Ferner verdient erwähnt zu werden: es war bekannt, dassin dem englischen Kabinet in der Person des Lord Balfour , desersten Lord des Schatzes, ein entschiedener Anhänger des Bi-metallismus sitze. Weniger bekannt, aber nicht gar erstaunlichtrat hervor, dass auch Herr Chamberlain, der Minister desInnern, nicht ungern mit der bimetallistischen Richtung Liebes-blicke wechselte; aber obgleich, offenbar unter dem Einflüssedieser beiden Minister, sich die annähernden Schritte an dieamerikanisch-französische Mission vollzogen hatten, ist doch ausden jetzt vorliegenden Aktenstücken zu ersehen, dass das ge-samte Ministerium mit Einschluss dieser Silberfreundevon vornherein jeden Gedanken an den EintrittEnglands in einen bimetallistischen freien Silb er-prägungsbund ablehnt. Zu Konzessionen, welche ohneZweifel für den unmöglichen Fall ihrer Annahme als unwirk-sam sich erwiesen hätten, waren die beiden, Balfour undChamberlain, geneigt, für die Hauptsache, auf die es ankam,sind sie nach ihrer heutigen Erklärung um keinen Preis zuhaben. Das sagt noch mehr, als wir jemals früher von eng-lischen Dispositionen in dieser Frage erfahren haben.
Ausserordentlich interessant für uns Deutsche sind nochferner zwei Punkte. In den eben veröffentlichten Dokumentenist sowohl von seiten der englischen Regierung wie von seitender indischen aus- und nachdrücklich hervorgehoben, dass sieauf keinen Fall zu einem Entschluss in dieser grossen Fragesich erheben würden, ohne die Meinung des Bank- und Handels-