Aufsatz in einem Sammelwerk 
Digitalisierungsprojekte, Datenbankportale und Literaturmanagement in den Geisteswissenschaften : Anforderungsprofile – Softwarelösungen – Realisation
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Digitalisierungsprojekte, Datenbankportale undLiteraturmanagement in den GeisteswissenschaftenAnforderungsprofile ­ Softwarelösungen ­ RealisationKay Heiligenhaus/ Till SchicketanzIch könnte mir vorstellen, daß die größte Wirkung von Computern nichtdarin bestehen wird, Raketen zum Mars zu steuern, Buchhaltungsirrtü-mer auszuschließen oder Herztransplantationen so genau zu überwachen,daß nichts mehr schiefgehen kann. Nein, die größte Wirkung des Com-puters wird darin bestehen, daß er einen neuen Typus Mensch schaffenkann ­ einen Fragensteller.John SculleyDatenbanksysteme werden in der Praxis gemeinhin als>Hilfsmittel< angesehen,vordefinierte Ziele, deren Umsetzung auf eine komplexe Masse heterogener In-formationen rekurriert, effizienter zu erreichen. Ob dies die Bedienung einesMobiltelefons oder jenen Raumflug zum Mars betrifft ­ stets oszilliert die Ab-sicht zwischen dem Bedürfnis, dem Individuum das Leben angenehmer zugestalten, und dem Wunsch, der Menschheit vermeintliche Quantensprünge zuermöglichen. Wenige Jahrzehnte nach Inbetriebnahme der ersten Großrechner-anlagen haben Datenbanken unseren industriestaatlichen Alltag bis ins Privatle-ben hinein längst vollständig infiltriert. Das bedeutet im Umkehrschluss freilich,dass jeder, der>konkurrenzfähig< werden oder bleiben möchte, sich diesesWerkzeugs bedienen muss, um>Wettbewerbsvorteile< zu behaupten. Dies giltfür alle Bereiche, in denen Datenbanken sinnvoll Anwendung finden können,insbesondere für die Wissenschaften. Die Frage nach dem»Sinn und Nutzen vonDatenbanken in den Geisteswissenschaften« stellt sich also nur rhetorisch ­ ver-schwiegen werden soll jedoch nicht, dass sich der Geisteswissenschaftler mit ei-nem klaren Ja zu dieser Technologie, neben etlichen Vorteilen, sogleich aucheine ganze Reihe von Herausforderungen einhandelt.Zieht man allgemeine Betrachtungen zurate, was eine Datenbank diesseits allerTechnik darstellt, verwundert es zunächst, warum ihr Nutzen in den Geistes-wissenschaften erst vergleichsweise spät erkannt wurde. Als»data structure usedto store organized information«1bzw.»collection of data, or information, that isspecially organized for rapid search and retrieval«,2scheinen Datenbanken wie1University of Mary Washington Style Guide: Appendix VI. Computer Terms and E-mailEtiquette,http://www.umw.edu/policies/style_guide/computer_terms__email_etiq/default.php(05.07.2006)2Encyclopædia Britannica Online, Artikel»Database«,167