geschaffen dafür, das ureigene Terrain des Geisteswissenschaftlers zu beackern,nämlich systematisch die Bestandteile unseres Weltwissens zu katalogisieren,zueinander in Beziehung zu setzen, Gesetzmäßigkeiten aufzudecken und somitletztlich neues Wissen zu generieren. In diesem Kontext jedoch weniger in derhartnäckigen Technophobie der Disziplin findet sich zugleich eine der Haupt-ursachen, warum Datenbanken im Arbeitsalltag der Geistwissenschaften ihrSchattendasein noch nicht gänzlich überwinden konnten: Das, was die Welt imInnersten zusammenhält, die Relationen zwischen den geistigen>Elementarteil-chen< wie auch deren Verhältnis zum Ganzen ist im höchsten Maß ambigue undbedarf stets der erneuten Deutung. Unser Weltwissen als immaterieller Untersu-chungsgegenstand der Geisteswissenschaften setzt sich nicht zusammen wieeine Formelsammlung oder ein Telefonbuch. Das Ganze ist mehr als die Summeseiner Einzelteile. Datenbanken in den Geisteswissenschaften liefern keine Ant-worten, wie sie dies millionenfach in alltäglichen Anwendungsbereichen leisten sie helfen uns letzten Endes nur, unsere Fragen präziser zu formulieren. Jedegegenteilige Hoffnung läuft zwangsläufig auf das bekannte Szenario hinaus:»Er... good morning, O Deep Thought,« said Loonquawl nervously,»do youhave... er, that is...«»An answer for you?« interrupted Deep Thought majestically.»Yes, I have.«[...]»To Everything? To the great Question of Life, the Universe and Everything?[...] Tell us!«[...]»Forty-two,« said Deep Thought, with infinite majesty and calm....»Forty-two!« yelled Loonquawl.»Is that all you've got to show for seven and ahalf million years' work?«»I checked it very thoroughly,« said the computer,»and that quite definitely isthe answer. I think the problem, to be quite honest with you, is that you've neveractually known what the question is.«3Zu verlockend ist die Aussicht, eine Datenbank könne auch nur eine der>großen< Fragen beantworten, die uns tagtäglich umtreiben. Aber betrachten wireinmal vorab, was Datenbanken in diesem Bereich heute schon leisten, welchesPotential mittelfristig in ihnen steckt und stellen uns die Frage, ob der konse-quente, flächendeckende Einsatz der verfügbaren Technologien nicht schonmehr ist, als wir erhoffen können.http://www.britannica.com/eb/article-9029424(05.07.2006)3Douglas Adams: The Hitch Hiker's Guide to the Galaxy. London: Pan Books 1979, S. 181.168
Aufsatz in einem Sammelwerk
Digitalisierungsprojekte, Datenbankportale und Literaturmanagement in den Geisteswissenschaften : Anforderungsprofile – Softwarelösungen – Realisation
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