Druckschrift 
Über die Geschichte der Erfindung der Buchdruckerkunst : bey Gelegenheit einiger neuern darüber geäusserten besondern Meynungen : nebst Anzeige des Inhaltes seiner Geschichte der Erfindung der Buchdruckerkunst / Johann Gottlob Immanuel Breitkopf
Entstehung
Seite
23
Einzelbild herunterladen
 

der Buchdruckerkunft.

2Z

Zeiten der ersten Versuche in der Druckcrkunst des Wortes oderanstatt ^reuten oder äruKKen, bedient haben, und daß mithin das /mn/i/e» in derChronike desClericus eben das bezeichne, was das üamx-u-e in dem Latein der mitt-lern Zeiten bezeichnet.

Ich glaube nicht, daß man etwas gegen diese meine Auslegung werde einwen-den können; aber wir wollen sehen, was daraus folgt, und worinnen die Erfindungdes guten Ludewigs nach aller Wahrscheinlichkeit bestanden haben mag. Es istohne Zweifel leichter, zn sagen, worinnen sie nicht, als zu bestimmen, worinnen sieeigentlich bestanden habe. Aber vielleicht können wir es, wenn wir alles dasjenigedavon wegthun, was wir nach der Kenntniß, die wir sonst davon haben, ohnedemnicht zu der Entdeckung von dieser Art und Natur hinzufügen sollen.

Es ist sicherlich nicht die Erfindung der gegossenen Buchstaben, die wunderba-re schöne Erfindung, welche niemand Peter Schoiffern von Gernsheim wird strei-tig machen wollen, und wovon die ersten Proben das Kstion»Ie vurAiicii vom Jahre1459, das Latliolicon ^nue??^/ von 1460, das Oecor lZuellarum von

1461 n)^ (was auch de Boze davon sagen mag,) und die Bibel von Mainz von1462, waren. .

Es sind auch nicht die in Metall geschnittenen Buchstaben, welche Guttett-berg, Genöfleisch, Mmtel und Fust erfunden haben. Diefe Buchstaben kamenzuerst in der Bibel zum Vorfchein, die um das Jahr 1450 gedruckt ward, ohne da-bey eine Iahrzahl lind ohne den Namen des OrtS oder Druckers °) zu bemerken, unddie daher den Verdacht erweckt, daß diese Künstler dadurch den Betrug haben verber-gen wollen, daß sie solche für Handschristen verkauften. Sie wurden auch zum Druckdes Psalters von 1457 gebraucht, den man mit Recht für das erste noch bekannteBuch in Europa halt, auf welchem die Zeit der Ausgabe gemeldet ist.

Noch weniger ist es die Kunst, Buchstaben und Bildnisse in Siegel zn schnei-den , die man in Wachs auf andere Sachen druckte. Diese Erfindung ist schonmehr als 2000 Jahr alt. Die Griechen und Römer haben sie schon gekannt. DieFranken haben sie bestandig gebraucht. Ein Zeuge davon ist der Ring Childcrics;ein Zeuge der gewöhnliche Schluß in den Schenkungsbriesen:Wir haben dieß mirunserm Siegel wollen bekräftigen.......unser Siegel, das hierauf ge-druckt ist ... . gezeichnet und bekräftigt mit unserm Siegelringe?) . . . ."

Zeugen,

n) Man si'he den cswloxns rsiion-1-! von Tre- ") Sie ist in der Mazarinischen Bibliothekvennü, 5> U. 6i. Erste Ausgabe. zu Paris ; man sehe r. I- p. 32.

Miö«//, äe re ciiplom. I.. 2. l^, 10. K. 4.