Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Thor. Narr. Albcrer. Geck. 27

Man sagt z. E. Du würdest ein Thor seyn, wenn dudaö thun wolltest, das ist, du würdest ohne Ueberlegung,und wider die Regeln der Klugheit handeln. Ich bin einThor gewesen, daß ich das gethan habe. So ein Thor bin ich nicht, und dergleichen.

Einige sehen es als eine thörichte Handlung, Karlsdes zwölften, an, daß, nachdem er seine Armee schon hattevon Dresden abmarfchiren lasten, er in einer geringen Be-gleitung zurückkehret?, und mit dem AugusiuS frühstückte.Sie meinen, es sey aus einer Ucbereilung, wider die Re-geln der Klugheit geschehen. Denn man hatte ihn leichtkönnen gefangen nehmen.

Einen zum Darren machen, heißt ihn so weit brin»gen, daß er allerlei ungereimte, und unvernünftige Dingethun muß. Denke nicht, daß du einen Darren vor dirhast, das heißt, denke nicht, daß du mit einem solchen zuthun hast, der sich unvernünftige und ungereimte Dingewird überreden laßen. Einen Narren an etwas gefres-sen haben, das ist, solche blinde Liebe zu einer Sache ha-ben , wodurch man zu ungereimten und unvernünftigenHandlungen bewogen wird. Du wärest ein Narr, wen»du das thatest, das heißt: Du würdest ungereimt, undwider alle Vernunft handeln.

Es war sehr närrisch vom Caligula gehandelt, daßer sein Pferd mit Namen IncitatuS, oft zur Tafel einlud,es mit vergoldetem Haber futterte, und es zum Consulaterheben wollte, denn es war ungereimt, und wider diegesunde Vernunft.

Bisweilen bedeutet das Wort närrisch so viel, alsaberwitzig oder'unsinnig. Er ist närrisch geworden,das ist, er hat den Verstand verlohren, er ist seiner Ver-nunft beraubet.

Man braucht auch die Wörter Thor und Narr, ineinem sehr weitläufigen Verstände. Man sagt: Dieganze Welt ist voller Narren und Thoren. Erasmus

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