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Theil 1 (1777)
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Thöricht. Narrisch. Wer.

ben, zu Erforschung ihrer eigentlichen Bedeutung, nichtbedienen, sondern müssen sie bloß nach dem mehrcsien Ge-brauchs, und aus ben gewöhnlichsten Redensarten, inwelchen sie vorkommen, zu bestimmen suchen. Ueberdemkann die Elymologie und Abstammung eines Wortes, zwarbisweilen zu Entdeckung seiner eigentlichen Bedeutung An-laß geben; Allein sie kann nicht allemal, zu einer Regeldes Gebrauchs, und ihres Unterschiedes in unserer heuti-gen Sprache dienen. Denn der Gebrauch, hat oft einenUnterschied zwischen solchen Wörtern eingeführet, welchederAbstammung nach, völlig einerlei bedeuten sollten, unddie Alten haben manche Wörter in einem ganz anderenSinn genommen, als sie jetzt unter uns haben.

In unserer Bibelübersetzung, ist zwischen diesen Wör-tern fast gar kein Unterschied beobachtet, ja sie werden bis-weilen in einem ganz fremden Sinn gebraucht. Z. B. inden Sprüchw.Salom. oft Darren und Thoren für Gott-lose, oder solche Menschen, welche keine Zucht und Ermah-nung annehmen wollen. Alberne für Einfaltige.

Wenn man aber auf die gewöhnlichen RedensartenAcht hat, so wird man mehrentheilS folgenden Unterschiedwahrnehmen, und man wird sich wenigstens niemals un-recht ausdrücken, wenn man ihn beobachtet.

Ein Mensch, welcher aus Uebereilung etwas thut, waswider die Regeln der Klugheit ist, der handelt thöricht.

Wer allerlei ungereimte, und wider die Vernunft lau-fende Dinge vornimmt, der handelt närrisch.

Wer allerlei Possen vornimmt, und in solchen DingenWitz suchet, worin weder Witz noch gesunder Verstand ist,der handelt alber.

Dem Thoren fehlet es an Klugheit, dem Darrenan Vernunft, dem Albern an gefunden Verstand, zumwenigsten zu der Zeit und in denen Dingen, wo er alberthut.

Man