Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Finden. Erfinden. Ansfnndig machen. 125

Unter dreien Männern, welche zu einem Amte vorge-schlagen werden, erhalt der eine den Vorzug, wegenseiner grösseren Verdienste. Ein hohes Amt, giebt oftdie Vorrechte des Adels, ob man gleich nicht von ade-liehen Stande ist. Eine Stadt erlanger gewisse Freihei-ten , wodurch sie von Diensten oder Abgaben losgemachtwird. Ein Mensch erlanget die Freiheit, diesen oderjenen Handel zu fuhren, von dem Fürsten , oder derhöchsten Obrigkeit

Man nennet Freiheirshrief diejenige Urkunde,worin jemanden gewisse Freiheiten ertheilet und bestatti«get wei den.

Das Wort Freiheit, ist eigentlich der Gegensatzvon Knechtschaft, allein, dann hat es einen andernSinN. Indem Verstände, wie wir es nehmen, wirdes nur uneigentlich gebraucht.

72. Finden. Erfinden. Ausfündigmachen.

Ainden, wird eigentlich von verlohrnen oder solchen^) Dingen gesagt, welche man suchet: Erfinden, vonsolchen, welche wir durch unsern Verstand und Nachden-ken heraus bringen: Ausfündig machen von solchen,wovon man zwar etwas weiß, aber ein mehrereS durchforschen herausbringen und entdecken muß.

Ein Hirte findet das verlohrne Schaf: die Mecha-nik erfindet Werkzeuge und Maschienen. Die Mathe-matiker haben gewust, daß die Sonne, weit von der Er-de abstehet, aber durch fleißiges Forschen und nachsm-nen, haben sie ihre eigentliche Entfernung mit ziemlicher!Richtigkeit ausfundig gemacht.

Man findet fast überall versteinerte Seegewachft,welche von einer allgemeinen Ueberschwemmung der Erdezeugen, als Meerschwämme, Muscheln, Schnecken,und bergt.

Das